18. Juli 2025

Thrombose und Prophylaxe

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Eine ThromboseThrombose
Eine Thrombose ist die Bildung eines Blutgerinnsels in einem Gefäß, meist in tiefen Beinvenen. Sie wird begünstigt durch Immobilisation, Operationen oder Tumorerkrankungen. Prophylaxe mit Heparin, Kompressionsstrümpfen und Frühmobilisation ist perioperativ essenziell.
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ist der teilweise oder vollständige Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel, welches als Thrombus bezeichnet wird. Diese können sowohl im venösen als auch im arteriellen System entstehen. Die Bestandteile eines solchen Thrombus können unterschiedlich sein: Blutbestandteile (Thrombozyten, Fibrin, Kalk, geronnenes Blut, Fett, Fruchtwasser usw.).

Am häufigsten finden sich Thrombosen der tiefen Beinvenen (TVT, tiefe Venenthrombose). Thrombosen können jedoch auch in anderen Körperregionen auftreten, z. B. in den Armen, im Becken oder in den Hirnvenen.

Die Notwendigkeit der Prophylaxe ergibt sich aus der Inzidenz. Diese liegt bei der Allgemeinbevölkerung bei 0,1 %, bei Krankenhauspatienten (ohne Prophylaxe) bei bis zu 60 %, abhängig von der Fachrichtung. Besonders hoch ist das Risiko bei Patienten in der IntensivmedizinIntensivmedizin
Die Intensivmedizin befasst sich mit der Diagnostik und Therapie lebensbedrohlich erkrankter Patienten. Sie umfasst erweitertes Monitoring, Organersatzverfahren wie Beatmung oder Dialyse sowie ein interdisziplinäres Management zur Stabilisierung und Rehabilitation.
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, Orthopädie oder Onkologie.

Ursachen

Die Virchow-Trias beschreibt die drei entscheidenden Ursachen der Entstehung einer Thrombose:

  1. Verlangsamter Blutfluss (Kreislauffaktor)
    z. B. durch HerzinsuffizienzHerzinsuffizienz
    Herzinsuffizienz bezeichnet eine unzureichende Pumpleistung des Herzens mit Symptomen wie Dyspnoe, Leistungsabnahme und Ödemen. Perioperativ sind eine vorsichtige Volumensteuerung, angepasste Narkoseführung und engmaschiges hämodynamisches Monitoring notwendig, um Dekompensationen zu vermeiden.
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    , Immobilität, langes Sitzen (z. B. bei Langstreckenflügen).
  2. Erhöhte Gerinnungsneigung (Blutfaktor)
    z. B. Dehydration, Hormone (z. B. durch die Einnahme oraler Kontrazeptiva), angeborene oder erworbene Thrombophilie (Gerinnungsstörungen).
  3. Gefäßwandschäden (Wandfaktor)
    z. B. durch Rauchen, Hypertonie, Entzündungen, Verletzungen oder medizinische Eingriffe wie Katheterisierung.

Risikofaktoren

Die Entstehung einer Thrombose wird durch verschiedene dispositionelle (innere) und expositionelle (äußere) Faktoren begünstigt.

Dispositionelle Risikofaktoren:

  • Vor, während oder nach der Geburt: Schwangerschaft und Wochenbett erhöhen das Thromboserisiko aufgrund hormoneller Veränderungen und des Drucks auf die Beckenvenen.
  • Hormonelle Kontrazeption: Insbesondere östrogenhaltige Präparate steigern das Risiko.
  • Adipositas (BMI >30): Übergewicht führt zu einer erhöhten Belastung des Kreislaufsystems.
  • Lebensalter > 60 Jahre: Mit zunehmendem Alter steigt das Thromboserisiko.
  • Thrombosen in der Familie: Genetische Veranlagung spielt eine Rolle.
  • Rauchen: Schädigt die Gefäßwände und fördert Entzündungen.
  • Herz-KreislaufKreislauf
    Der Kreislauf umfasst Herz und Blutgefäße und dient dem Transport von Sauerstoff, Nährstoffen, CO₂ und Medikamenten. In der Anästhesie stehen hämodynamische Stabilität und Organperfusion im Mittelpunkt.
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    -Erkrankungen
    : Herzinsuffizienz, Hypertonie oder Vorhofflimmern begünstigen Thrombosen.
  • Varikosis (Krampfadern): Geschädigte Venenklappen erhöhen das Risiko.
  • Bereits stattgefundene thromboembolische Erkrankungen: Patienten mit einer Vorgeschichte von Thrombosen haben ein höheres Risiko für Rezidive.
  • Krebserkrankungen: Tumore können die Gerinnungsneigung erhöhen.
  • Entzündliche Erkrankungen: z. B. rheumatoide Arthritis oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.
  • Immobilisation: Längere Bettruhe oder Ruhigstellung von Gliedmaßen.
  • Dehydration/Exsikkose: Flüssigkeitsmangel erhöht die Blutviskosität.

Expositionelle Risikofaktoren:

  • Operative Eingriffe: Insbesondere orthopädische Operationen (z. B. Hüft- oder Kniegelenksersatz) bergen ein hohes Risiko.
  • Schwangerschaft: Hormonelle Veränderungen und Druck auf die Beckenvenen erhöhen das Risiko.
  • Blutgerinnungsstörungen: Angeborene oder erworbene Störungen wie das Antiphospholipid-Syndrom.
  • Knochenfrakturen: Verletzungen können Gefäßschäden und Immobilisation verursachen.
  • Immobilisation im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes: Längere Bettruhe reduziert den Blutfluss.
  • Ruhigstellung von Gelenken: Besonders Knie- und Sprunggelenke.
  • Längere Reisen über 4-5 Stunden: Sitzende Positionen (z. B. im Flugzeug oder Auto) können den Blutfluss verlangsamen.
  • Akute Erkrankungen: Schwere Infektionen oder entzündliche Erkrankungen mit Fieber.

In der Regel kommen beim Auftreten einer Thrombose mehrere Risikofaktoren zusammen. Je mehr dieser Risiken gemeinsam auftreten, desto höher ist das Risiko für das Entstehen einer Thrombose.

Komplikationen

Der Thrombus kann sich in Teilen oder im Ganzen von der Gefäßwand lösen und vom Blutstrom mitgerissen werden. Je nach Ursprungsort (Vene, Arterie) können verschiedene, teils lebensgefährliche Komplikationen auftreten.

  • Lungenarterienembolie (LAE): Eine gefürchtete KomplikationKomplikation
    Eine Komplikation ist ein unerwünschtes Ereignis während oder nach einem medizinischen Eingriff, etwa Blutung, Aspiration, allergische Reaktion oder Infektion. Sie kann lebensbedrohlich sein und erfordert rasches Handeln.
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    der tiefen Beinvenenthrombose. Der Thrombus gelangt in die LungeLunge
    Zentrales Organ für Gasaustausch, Sauerstoffaufnahme und CO₂-Abgabe. In der Anästhesie Fokus für Ventilation, Oxygenierung und postoperative Komplikationen.
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    und blockiert dort die Blutversorgung.
  • Schlaganfall: Bei einer Thrombose im arteriellen System kann ein Gerinnsel ins GehirnGehirn
    Das Gehirn ist das zentrale Steuerorgan des Nervensystems und reguliert Bewusstsein, Motorik, Sensorik und vegetative Funktionen. In der Anästhesie steht es im Fokus bei Neuroprotektion, Narkosetiefe und Delirprävention.
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    gelangen.
  • HerzinfarktMyokardinfarkt
    Akute ischämische Nekrose von Herzmuskelgewebe infolge Koronargefäßverschluss. Klinisch relevant perioperativ durch erhöhtes Risiko bei KHK-Patienten; erfordert sorgfältige Risikoabschätzung und Überwachung.
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    : Ein Thrombus in den Herzkranzgefäßen kann einen Infarkt auslösen.
  • Organschädigungen: z. B. der NierenNieren
    Der obere Harntrakt bildet den ersten Abschnitt des menschlichen Harnsystems und umfasst die Nieren sowie die Harnleiter (Ureter). Diese anatomischen Strukturen sind für die Bildung, Konzentrierung und den Transport des Urins verantwortlich. Darüber hinaus übernehmen die Nieren zahlreiche Aufgaben im Rahmen der Homöostase.
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    (Niereninfarkt) oder des Darmes (Mesenterialinfarkt).

Diese akuten Erkrankungen weisen eine hohe Sterblichkeitsrate auf und erfordern eine sofortige medizinische Intervention.

Therapie

Ziel der Therapie ist es, das weitere Wachstum des Thrombus zu verhindern und ihn bestenfalls aufzulösen. Dafür stehen verschiedene Optionen zur Verfügung:

AntikoagulationAntikoagulation
Antikoagulation bezeichnet die medikamentöse Hemmung der Blutgerinnung mit z. B. Heparin, Cumarinen oder direkten oralen Antikoagulanzien. Sie ist für die Anästhesie besonders relevant, da sie das Blutungsrisiko erhöht und Einfluss auf Regionalanästhesie, OP-Planung und Bridging-Therapien hat.
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:

  • Heparine (z. B. niedermolekulares HeparinHeparin
    Heparin ist ein Antikoagulans, das die Wirkung von Antithrombin verstärkt und dadurch die Blutgerinnung hemmt. Es wird zur Prophylaxe und Therapie thromboembolischer Ereignisse eingesetzt und erfordert regelmäßige Gerinnungskontrollen sowie Beachtung des Blutungsrisikos.
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    ) werden häufig zur Akutbehandlung eingesetzt.
  • Vitamin-K-AntagonistenVitamin-K-Antagonisten
    Vitamin-K-Antagonisten (VKA) wie Warfarin oder Phenprocoumon hemmen die Synthese von Gerinnungsfaktoren in der Leber. Sie werden zur Langzeitantikoagulation eingesetzt und erfordern regelmäßige INR-Kontrollen und perioperative Pausen bzw. Bridging.
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    (z. B. PhenprocoumonPhenprocoumon
    Phenprocoumon ist ein oraler Vitamin-K-Antagonist zur Langzeitantikoagulation (z. B. bei Vorhofflimmern). Perioperativ müssen Gerinnung und INR kontrolliert und ggf. ein Bridging mit Heparin geplant werden.
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    ) oder direkte orale Antikoagulantien (DOAKs) wie RivaroxabanRivaroxaban
    Rivaroxaban ist ein oraler, direkter Faktor-Xa-Hemmer zur Antikoagulation, z. B. bei Vorhofflimmern oder nach orthopädischen Eingriffen. Perioperativ müssen Einnahmezeitpunkt, Nierenfunktion und Blutungsrisiko berücksichtigt und ggf. Pausen- bzw. Bridging-Strategien geplant werden.
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    oder Apixaban werden zur Langzeittherapie verwendet.

Thrombolyse:

  • Bei schweren Fällen können spezielle Thrombolytika (z. B. Alteplase) eingesetzt werden, um den Thrombus aufzulösen. Dies birgt jedoch ein erhöhtes Blutungsrisiko.

Thrombektomie:

  • Chirurgische Entfernung des Thrombus, entweder minimal-invasiv (z. B. mittels Katheter) oder offen.

Prophylaxe

Die ThromboseprophylaxeThromboseprophylaxe
Thromboseprophylaxe umfasst medikamentöse Maßnahmen (z. B. Heparin), mechanische Methoden (Kompressionsstrümpfe, intermittierende Kompression) und Frühmobilisation, um perioperativ das Risiko venöser Thromboembolien zu senken.
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umfasst verschiedene Maßnahmen:

Korrekte Positionierung:

  • Druck auf die Blutgefäße sollte vermieden werden. Falsche LagerungLagerung
    Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
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    , insbesondere unter den Kniegelenken, kann die Gefäße komprimieren und das Thromboserisiko erhöhen.

Venenkompression:

  • Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe müssen korrekt angepasst sein, um wirksam zu sein.
  • Intermittierende pneumatische Kompression (IPK): Beinmanschetten, die sich in regelmäßigen Intervallen aufpumpen, simulieren die Muskelpumpe und fördern den Blutfluss.

Medikamentöse Antikoagulation:

  • Heparine oder DOAKs werden häufig zur Prophylaxe eingesetzt, insbesondere bei Hochrisikopatienten.

Frühmobilisation und Flüssigkeitszufuhr:

  • Frühzeitige Mobilisierung nach Operationen oder längerer Bettruhe ist entscheidend.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr verringert die Blutviskosität.

Bewegungsübungen im Bett:

  • Bei immobilen Patienten können Hilfsmittel wie das Bettfahrrad oder Stepper eingesetzt werden.

Zusätzliche Präventionsmaßnahmen:

  • Regelmäßige Bewegungsübungen, insbesondere bei längeren Reisen.
  • Vermeidung von Dehydration.
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht.
  • Nikotinverzicht.
  • Anpassung hormoneller Verhütungsmethoden in Absprache mit dem Arzt.

Zusammenfassung

Thrombosen sind ernsthafte Erkrankungen, die durch ein Zusammenspiel verschiedener Risikofaktoren entstehen. Die Prophylaxe ist entscheidend, insbesondere bei Hochrisikopatienten. Durch frühzeitige Diagnose, adäquate Therapie und gezielte Präventionsmaßnahmen können schwerwiegende Komplikationen wie Lungenembolien oder Schlaganfälle vermieden werden.

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