Thiopental

ThiopentalBarbiturat
Barbiturate sind ältere Hypnotika, die heute v.a. in der Neuroanästhesie und zur Anfallsunterbrechung genutzt werden. Sie senken den zerebralen Stoffwechsel und den intrakraniellen Druck, können aber Atem- und Kreislaufdepression verursachen.
[Zum Glossareintrag] ist ein BarbituratBarbiturat
Barbiturate sind ältere Hypnotika, die heute v.a. in der Neuroanästhesie und zur Anfallsunterbrechung genutzt werden. Sie senken den zerebralen Stoffwechsel und den intrakraniellen Druck, können aber Atem- und Kreislaufdepression verursachen.
[Zum Glossareintrag], das als Injektionsanästhetikum zur schnellen NarkoseeinleitungNarkoseeinleitung
Phase, in der durch Gabe von Anästhetika der Narkosezustand hergestellt wird. Meist intravenös (z. B. Propofol) oder inhalativ, kombiniert mit Analgetikum und ggf. Muskelrelaxans.
[Zum Glossareintrag] verwendet wird. Es zeichnet sich durch einen sehr raschen Wirkungseintritt und eine kurze Wirkdauer aus. Aufgrund seiner neuroprotektiven Eigenschaften wird es auch bei erhöhtem intrakraniellem Druck eingesetzt. Thiopental hat jedoch an Bedeutung verloren.
Allgemeine Informationen
- Wirkstoffname: Thiopental
- Handelsnamen: TrapanalThiopental
Thiopental ist ein Barbiturat, das als Injektionsanästhetikum zur schnellen Narkoseeinleitung verwendet wird. Es zeichnet sich durch einen sehr raschen Wirkungseintritt und eine kurze Wirkdauer aus. Aufgrund seiner neuroprotektiven Eigenschaften wird es auch bei erhöhtem intrakraniellem Druck eingesetzt. Thiopental hat jedoch an Bedeutung verloren.
[Zum Glossareintrag], Pentothal - Wirkstoffklasse: Barbiturat, Injektionsanästhetikum
- Molekularformel: C11H17N2NaO2S
Pharmakologie
- PharmakokinetikPharmakokinetik
Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
[Zum Glossareintrag]: Schnelle Verteilung, langsame Elimination - PharmakodynamikPharmakodynamik
Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
[Zum Glossareintrag]: Verstärkung der GABA-ergen Neurotransmission - Wirkmechanismus: Aktivierung von GABA-A-Rezeptoren
- Wirkungseintritt: 10-20 Sekunden
- Wirksamkeitsdauer: 5-10 Minuten
- Metabolismus: Hepatisch
- Ausscheidung: Renal als Metaboliten
Aussehen
- Gelblich-weißes Pulver, nach Rekonstitution klare, gelbliche Lösung
Erhältliche Konzentrationen
- 25 mg/ml nach Rekonstitution
Anwendungsgebiete
- Narkoseeinleitung
- Behandlung von Status epilepticus
- Senkung des intrakraniellen Drucks
Dosierung
- Erwachsene:
Narkoseeinleitung: 3-5 mg/kg KG - Kinder:
Narkoseeinleitung: 2-7 mg/kg KG
Nebenwirkungen
- Häufig: HypotonieHypotonie
Hypotonie bezeichnet einen pathologisch niedrigen Blutdruck mit Risiko für unzureichende Organperfusion. Unter Anästhesie tritt sie häufig durch Vasodilatation, Blutverlust oder Medikamentenwirkung auf und wird mit Volumen, Vasopressoren oder Anpassung der Anästhesietiefe behandelt.
[Zum Glossareintrag], AtemdepressionAtemdepression
Atemdepression bezeichnet eine durch zentrale oder periphere Ursachen reduzierte Atemtätigkeit mit Hypoventilation. Häufig ist sie medikamentös bedingt, etwa durch Opioide, Benzodiazepine oder Anästhetika, und erfordert je nach Ausprägung Sauerstoffgabe, Stimulationsmaßnahmen oder medikamentöse Antagonisierung.
[Zum Glossareintrag], LaryngospasmusLaryngospasmus
Reflektorischer Verschluss der Stimmritze durch Verkrampfung der Kehlkopfmuskulatur. Führt zu akuter Atemwegsobstruktion mit Stridor oder kompletter Stille; sofortiges Management erforderlich.
[Zum Glossareintrag] - Weniger häufig: Übelkeit, Erbrechen, Husten
- Selten: Anaphylaktische Reaktionen, BronchospasmusBronchospasmus
Bronchospasmus ist eine Verengung der Bronchien durch Kontraktion der Muskulatur. Er äußert sich durch Stridor, erhöhten Atemwegsdruck und Abfall der Sättigung.
[Zum Glossareintrag]
Kontraindikationen
- Absolut: Allergie gegen Barbiturate, Porphyrie
- Relativ: Schwere Herz-, Leber- oder Niereninsuffizienz, Asthma bronchialeAsthma bronchiale
Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege mit variabler Bronchokonstriktion und Hyperreagibilität. Perioperativ ist die Fortführung der Basistherapie, eine gute Bronchodilatation und die Vermeidung von Triggern (z. B. kalte Gase, Reizung) wichtig, um Bronchospasmen zu verhindern.
[Zum Glossareintrag]
Wechselwirkungen
- Verstärkung der Wirkung durch andere ZNSZentralnervensystem
Das Zentralnervensystem (ZNS) umfasst Gehirn und Rückenmark. Es ist Hauptangriffspunkt vieler Anästhetika und Analgetika und steuert Bewusstsein, Schmerzempfinden sowie lebenswichtige Reflexe.
[Zum Glossareintrag]-dämpfende Substanzen
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
- Strikte Asepsis bei der Zubereitung und Anwendung
- Vorsichtige Dosierung bei älteren und geschwächten Patienten
- ÜberwachungMonitoring
Kontinuierliche Überwachung physiologischer Parameter wie EKG, Blutdruck, SpO₂, Atemfrequenz, Kapnographie und Temperatur während Anästhesie oder Intensivtherapie, um kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
[Zum Glossareintrag] der Vitalfunktionen
LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
[Zum Glossareintrag]
- Trocken, bei Raumtemperatur (15-25°C), vor Licht geschützt
Missbrauchspotential
- Vorhanden, aber selten aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit
Sonstiges
- Keine analgetische Wirkung
- Kann Histamin freisetzen
- Sehr häuig durch moderne Anästhetika wie PropofolPropofol
Propofol ist ein schnell wirkendes Narkosemittel zur Einleitung und Aufrechterhaltung von Vollnarkosen. Es wird intravenös verabreicht und findet Anwendung bei Operationen und diagnostischen Eingriffen. Charakteristisch sind der rasche Wirkungseintritt und die kurze Wirkdauer. Propofol wird auch zur Sedierung auf Intensivstationen eingesetzt. Es eignet sich für Erwachsene und Kinder und bietet eine gute Steuerbarkeit der Narkosetiefe.
[Zum Glossareintrag] ersetzt

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