21. Juli 2025

Thiopental

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ThiopentalBarbiturat
Barbiturate sind ältere Hypnotika, die heute v.a. in der Neuroanästhesie und zur Anfallsunterbrechung genutzt werden. Sie senken den zerebralen Stoffwechsel und den intrakraniellen Druck, können aber Atem- und Kreislaufdepression verursachen.
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ist ein BarbituratBarbiturat
Barbiturate sind ältere Hypnotika, die heute v.a. in der Neuroanästhesie und zur Anfallsunterbrechung genutzt werden. Sie senken den zerebralen Stoffwechsel und den intrakraniellen Druck, können aber Atem- und Kreislaufdepression verursachen.
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, das als Injektionsanästhetikum zur schnellen NarkoseeinleitungNarkoseeinleitung
Phase, in der durch Gabe von Anästhetika der Narkosezustand hergestellt wird. Meist intravenös (z. B. Propofol) oder inhalativ, kombiniert mit Analgetikum und ggf. Muskelrelaxans.
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verwendet wird. Es zeichnet sich durch einen sehr raschen Wirkungseintritt und eine kurze Wirkdauer aus. Aufgrund seiner neuroprotektiven Eigenschaften wird es auch bei erhöhtem intrakraniellem Druck eingesetzt. Thiopental hat jedoch an Bedeutung verloren.

Allgemeine Informationen

  • Wirkstoffname: Thiopental
  • Handelsnamen: TrapanalThiopental
    Thiopental ist ein Barbiturat, das als Injektionsanästhetikum zur schnellen Narkoseeinleitung verwendet wird. Es zeichnet sich durch einen sehr raschen Wirkungseintritt und eine kurze Wirkdauer aus. Aufgrund seiner neuroprotektiven Eigenschaften wird es auch bei erhöhtem intrakraniellem Druck eingesetzt. Thiopental hat jedoch an Bedeutung verloren.
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    , Pentothal
  • Wirkstoffklasse: Barbiturat, Injektionsanästhetikum
  • Molekularformel: C11H17N2NaO2S

Pharmakologie

  • PharmakokinetikPharmakokinetik
    Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
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    : Schnelle Verteilung, langsame Elimination
  • PharmakodynamikPharmakodynamik
    Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
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    : Verstärkung der GABA-ergen Neurotransmission
  • Wirkmechanismus: Aktivierung von GABA-A-Rezeptoren
  • Wirkungseintritt: 10-20 Sekunden
  • Wirksamkeitsdauer: 5-10 Minuten
  • Metabolismus: Hepatisch
  • Ausscheidung: Renal als Metaboliten

Aussehen

  • Gelblich-weißes Pulver, nach Rekonstitution klare, gelbliche Lösung

Erhältliche Konzentrationen

  • 25 mg/ml nach Rekonstitution

Anwendungsgebiete

  • Narkoseeinleitung
  • Behandlung von Status epilepticus
  • Senkung des intrakraniellen Drucks

Dosierung

  • Erwachsene:
    Narkoseeinleitung: 3-5 mg/kg KG
  • Kinder:
    Narkoseeinleitung: 2-7 mg/kg KG

Nebenwirkungen

  • Häufig: HypotonieHypotonie
    Hypotonie bezeichnet einen pathologisch niedrigen Blutdruck mit Risiko für unzureichende Organperfusion. Unter Anästhesie tritt sie häufig durch Vasodilatation, Blutverlust oder Medikamentenwirkung auf und wird mit Volumen, Vasopressoren oder Anpassung der Anästhesietiefe behandelt.
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    , AtemdepressionAtemdepression
    Atemdepression bezeichnet eine durch zentrale oder periphere Ursachen reduzierte Atemtätigkeit mit Hypoventilation. Häufig ist sie medikamentös bedingt, etwa durch Opioide, Benzodiazepine oder Anästhetika, und erfordert je nach Ausprägung Sauerstoffgabe, Stimulationsmaßnahmen oder medikamentöse Antagonisierung.
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    , LaryngospasmusLaryngospasmus
    Reflektorischer Verschluss der Stimmritze durch Verkrampfung der Kehlkopfmuskulatur. Führt zu akuter Atemwegsobstruktion mit Stridor oder kompletter Stille; sofortiges Management erforderlich.
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  • Weniger häufig: Übelkeit, Erbrechen, Husten
  • Selten: Anaphylaktische Reaktionen, BronchospasmusBronchospasmus
    Bronchospasmus ist eine Verengung der Bronchien durch Kontraktion der Muskulatur. Er äußert sich durch Stridor, erhöhten Atemwegsdruck und Abfall der Sättigung.
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Kontraindikationen

  • Absolut: Allergie gegen Barbiturate, Porphyrie
  • Relativ: Schwere Herz-, Leber- oder Niereninsuffizienz, Asthma bronchialeAsthma bronchiale
    Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege mit variabler Bronchokonstriktion und Hyperreagibilität. Perioperativ ist die Fortführung der Basistherapie, eine gute Bronchodilatation und die Vermeidung von Triggern (z. B. kalte Gase, Reizung) wichtig, um Bronchospasmen zu verhindern.
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Wechselwirkungen

  • Verstärkung der Wirkung durch andere ZNSZentralnervensystem
    Das Zentralnervensystem (ZNS) umfasst Gehirn und Rückenmark. Es ist Hauptangriffspunkt vieler Anästhetika und Analgetika und steuert Bewusstsein, Schmerzempfinden sowie lebenswichtige Reflexe.
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    -dämpfende Substanzen

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

  • Strikte Asepsis bei der Zubereitung und Anwendung
  • Vorsichtige Dosierung bei älteren und geschwächten Patienten
  • ÜberwachungMonitoring
    Kontinuierliche Überwachung physiologischer Parameter wie EKG, Blutdruck, SpO₂, Atemfrequenz, Kapnographie und Temperatur während Anästhesie oder Intensivtherapie, um kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
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    der Vitalfunktionen

LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
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  • Trocken, bei Raumtemperatur (15-25°C), vor Licht geschützt

Missbrauchspotential

  • Vorhanden, aber selten aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit

Sonstiges

  • Keine analgetische Wirkung
  • Kann Histamin freisetzen
  • Sehr häuig durch moderne Anästhetika wie PropofolPropofol
    Propofol ist ein schnell wirkendes Narkosemittel zur Einleitung und Aufrechterhaltung von Vollnarkosen. Es wird intravenös verabreicht und findet Anwendung bei Operationen und diagnostischen Eingriffen. Charakteristisch sind der rasche Wirkungseintritt und die kurze Wirkdauer. Propofol wird auch zur Sedierung auf Intensivstationen eingesetzt. Es eignet sich für Erwachsene und Kinder und bietet eine gute Steuerbarkeit der Narkosetiefe.
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    ersetzt

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