Tetracain

TetracainTetracain
Tetracain ist ein langwirkendes Ester-Lokalanästhetikum, das historisch u. a. für die Spinalanästhesie eingesetzt wurde. Heute wird es eher selektiv, z. B. zur topischen Anästhesie an Auge oder Schleimhäuten, verwendet.
[Zum Glossareintrag] ist ein potentes LokalanästhetikumLokalanästhetikum
Medikament zur reversiblen Blockade von Natriumkanälen und damit der Nervenleitung. Vertreter: Lidocain, Bupivacain, Ropivacain. Einsatz in Infiltrations-, Leitungs- und Regionalanästhesie.
[Zum Glossareintrag] vom Estertyp mit langer Wirkdauer. Es wird häufig in der Ophthalmologie und für Oberflächenanästhesien eingesetzt. Tetracain zeichnet sich durch eine hohe Lipidlöslichkeit aus, was zu einer guten Gewebepenetration führt.
Allgemeine Informationen
- Wirkstoffname: Tetracain
- Handelsnamen: Pontocain, Dicain
- Wirkstoffklasse: Lokalanästhetikum vom Estertyp
- Molekularformel: C15H24N2O2
Pharmakologie
- PharmakokinetikPharmakokinetik
Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
[Zum Glossareintrag]: Hohe Lipidlöslichkeit, gute Gewebepenetration - PharmakodynamikPharmakodynamik
Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
[Zum Glossareintrag]: Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle - Wirkmechanismus: Hemmung der Erregungsleitung in Nervenfasern
- Wirkungseintritt: 5–10 Minuten
- Wirksamkeitsdauer: 2–3 Stunden
- Metabolismus: Hydrolytische Spaltung durch Esterasen
- Ausscheidung: Renal als Metaboliten
Aussehen
- Weißes, kristallines Pulver
Erhältliche Konzentrationen
- 0,5%, 1%, 2% Augentropfen
- 1% Creme oder Gel
Anwendungsgebiete
- OberflächenanästhesieOberflächenanästhesie
Bei der Oberflächenanästhesie wird ein Lokalanästhetikum direkt auf Schleimhäute oder die Haut aufgetragen. Es blockiert vorübergehend freie Nervenendigungen ohne Injektion und eignet sich z. B. für Endoskopien, Katheterisierungen oder kleinere zahnärztliche Eingriffe. Die Wirkung bleibt auf die oberflächlichen Schichten begrenzt.
[Zum Glossareintrag] der Hornhaut und Bindehaut - Schleimhautanästhesie im HNO-Bereich
Dosierung
- Erwachsene:
Augentropfen: 1–2 Tropfen - Kinder:
Augentropfen: 1 Tropfen
Nebenwirkungen
- Häufig: Brennen, Rötung
- Weniger häufig: Allergische Reaktionen
- Selten: Methämoglobinämie
Kontraindikationen
- Absolut: Überempfindlichkeit gegen Tetracain oder andere Esterlokalanästhetika
- Relativ: Schwere Herzrhythmusstörungen
Wechselwirkungen
- Verstärkung der Wirkung durch Cholinesterasehemmer
- Abschwächung der Wirkung durch Barbiturate
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
- Vorsicht bei Patienten mit Pseudocholinesterasemangel
- Nicht zur Daueranwendung am Auge geeignet
LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
[Zum Glossareintrag]
- Kühl und lichtgeschützt lagern
Missbrauchspotential
- Gering
Sonstiges
- Hohe anästhetische Potenz im Vergleich zu anderen Lokalanästhetika
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