22. Dezember 2024

Suxamethonium (Succinylcholin)

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SuccinylcholinSuccinylcholin
Suxamethonium, auch bekannt als Succinylcholin, ist ein depolarisierendes Muskelrelaxans mit sehr schnellem Wirkungseintritt und kurzer Wirkdauer. Es wird hauptsächlich für die Blitzintubation verwendet.
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ist ein schnell wirkendes, depolarisierendes MuskelrelaxansMuskelrelaxans
Einzelnes Medikament, das die neuromuskuläre Übertragung blockiert und eine vorübergehende Erschlaffung der Skelettmuskulatur bewirkt, z. B. zur Erleichterung der Intubation oder bei großen OPs.
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, das in der AnästhesieKreissystem
Im Anästhesiekreissystem wird das Atemgas rückgeführt, gefiltert und mit frischem Gas ergänzt. Es ermöglicht effiziente Inhalationsanästhesie, CO₂-Elimination über den Kalkabsorber und Einstellung der Narkosegase.
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verwendet wird. Es bewirkt innerhalb von 60 Sekunden eine kurzzeitige Lähmung der Skelettmuskulatur, die etwa 4-6 Minuten anhält. Hauptsächlich wird es zur Erleichterung der IntubationIntubation
Intubation bezeichnet das Einführen eines Tubus in die Trachea zur Sicherung der Atemwege. Sie erfolgt meist unter direkter oder videounterstützter Laryngoskopie und ermöglicht kontrollierte Beatmung und Schutz vor Aspiration.
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und für kurze chirurgische Eingriffe eingesetzt. Die Wirkung beruht auf einer Blockade der Acetylcholinrezeptoren an der motorischen Endplatte

Allgemeine Informationen

Wirkstoffname: SuxamethoniumSuccinylcholin
Suxamethonium, auch bekannt als Succinylcholin, ist ein depolarisierendes Muskelrelaxans mit sehr schnellem Wirkungseintritt und kurzer Wirkdauer. Es wird hauptsächlich für die Blitzintubation verwendet.
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(Succinylcholin)
Handelsnamen: Lysthenon, Anectine
Wirkstoffklasse: Depolarisierendes Muskelrelaxans
Molekularformel: C14H30N2O4

Pharmakologie

PharmakokinetikPharmakokinetik
Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
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:
 Schnelle Hydrolyse durch Plasmacholinesterase
PharmakodynamikPharmakodynamik
Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
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:
 Depolarisierende Wirkung am nikotinischen Acetylcholinrezeptor
Wirkungseintritt: 30-60 Sekunden
Wirksamkeitsdauer: 5-10 Minuten
Metabolismus: Hydrolyse durch Plasmacholinesterase
Ausscheidung: Renal als Metaboliten

Aussehen

Klare, farblose Lösung

Erhältliche Konzentrationen

50 mg/ml Injektionslösung

Anwendungsgebiete

BlitzintubationBlitzintubation
Blitzintubation bezeichnet eine sehr schnelle Narkoseeinleitung mit rascher Intubation, meist bei drohender Aspirationsgefahr. Sie ähnelt der Rapid Sequence Induction.
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Kurze chirurgische Eingriffe

Dosierung

Erwachsene:
Intubationsdosis: 1-1,5 mg/kg Körpergewicht

Nebenwirkungen

Häufig: Muskelfaszikulationen, postoperative Myalgien
Weniger häufig: Hyperkaliämie, Anstieg des Augeninnendrucks
Selten: Maligne HyperthermieMaligne Hyperthermie
Seltene, erblich bedingte, lebensbedrohliche Reaktion auf volatile Anästhetika und Succinylcholin. Typisch sind rascher CO₂-Anstieg, Tachykardie, Rigor, Temperaturanstieg und Hyperkaliämie. Therapie: Trigger stoppen, Dantrolen, intensives Monitoring.
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, Rhabdomyolyse, Herzrhythmusstörungen

Kontraindikationen

Absolut: Bekannte oder vermutete genetische Veranlagung zur malignen Hyperthermie, Myopathien
Relativ: Verbrennungen, Polytrauma, schwere Abdominalinfektionen

Wechselwirkungen

Verstärkung der Wirkung durch Cholinesterasehemmer
Erhöhtes Risiko für Hyperkaliämie bei gleichzeitiger GabeGabe
Unter Gabe versteht man die Verabreichung eines Medikaments über einen definierten Applikationsweg wie oral, intravenös, intramuskulär oder rektal. Sie erfolgt nach klaren Dosierungsrichtlinien und ist zentraler Bestandteil sicherer medikamentöser Therapie.
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von Kortikosteroiden

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

Vorsicht bei Patienten mit atypischer Plasmacholinesterase
ÜberwachungMonitoring
Kontinuierliche Überwachung physiologischer Parameter wie EKG, Blutdruck, SpO₂, Atemfrequenz, Kapnographie und Temperatur während Anästhesie oder Intensivtherapie, um kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
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auf Anzeichen einer malignen Hyperthermie

LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
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Gekühlt bei 2-8 °C lagern

Missbrauchspotential

Gering

Sonstiges

Suxamethonium ist die wichtigste Triggersubstanz für die maligne Hyperthermie. Es verursacht initial Muskelfaszikulationen, die zu postoperativen Myalgien führen können. Aus diesem Grunde findet es nur noch selten und dann auch nur unter strenger Indikationsstellung, Anwendung.

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