15. August 2025

Scores, Klassifikationen und Schemata in der Anästhesie

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In der AnästhesieKreissystem
Im Anästhesiekreissystem wird das Atemgas rückgeführt, gefiltert und mit frischem Gas ergänzt. Es ermöglicht effiziente Inhalationsanästhesie, CO₂-Elimination über den Kalkabsorber und Einstellung der Narkosegase.
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und perioperativen Medizin sind strukturierte Bewertungssysteme unerlässlich. Sie helfen, klinische Zustände objektiv zu erfassen, Risiken zu kommunizieren und Behandlungsstrategien gezielt zu planen. Solche Systeme sind das Ergebnis jahrzehntelanger klinischer Erfahrung, evidenzbasierter Studienauswertungen und interdisziplinär abgestimmter Konsense.

Scores – numerische Bewertungssysteme

Was sie leisten:
Scores liefern eine standardisierte, quantitative Einschätzung klinischer Situationen. Sie ermöglichen Vergleichbarkeit zwischen Patient:innen sowie eine strukturierte Entscheidungsfindung (z. B. RisikoabschätzungRisikoabschätzung
Unter Risikoabschätzung versteht man die Bewertung des individuellen Patientenrisikos vor einem Eingriff anhand von Anamnese, Klinik, Diagnostik und Klassifikationen (z. B. ASA, RCRI). Sie dient der Planung des Anästhesieverfahrens und perioperativer Maßnahmen.
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, Therapieindikation)

Typische Herkunft:
Aus prospektiven oder retrospektiven multizentrischen Studien entwickelt und an großen Patientenkollektiven validier

Beispiele:

  • ASA-Klassifikation (seit 1941 / modifiziert 1963, 2014):
    Einschätzung des körperlichen Allgemeinzustands präoperativer Patient:innen zur perioperativen RisikoabschätzungRisikoabschätzung
    Unter Risikoabschätzung versteht man die Bewertung des individuellen Patientenrisikos vor einem Eingriff anhand von Anamnese, Klinik, Diagnostik und Klassifikationen (z. B. ASA, RCRI). Sie dient der Planung des Anästhesieverfahrens und perioperativer Maßnahmen.
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    .
    Optional: Zusatz „E“ für Notfalleingriffe, z. B. ASA IIIE.

  • Glasgow Coma Scale (1974):
    Bewertung des neurologischen Zustands anhand von Augenöffnung, verbaler Kommunikation und motorischer Reaktion.

  • Apfel-Score (1999):
    Schätzung des Risikos für postoperatives Übelkeit und Erbrechen (PONV) anhand von vier Risikofaktoren.

  • Aldrete-Score:
    Entscheidungshilfe zur Entlassungsfähigkeit aus dem AufwachraumAufwachraum
    Der Aufwachraum ist der Bereich, in dem Patienten nach Anästhesie und Operation überwacht werden, bis sie wieder ausreichend stabil sind. Hier werden Atmung, Kreislauf, Schmerzen, Übelkeit und Wundverhältnisse kontrolliert und bei Bedarf behandelt, bevor der Patient auf Station zurückkehrt.
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    (MonitoringMonitoring
    Kontinuierliche Überwachung physiologischer Parameter wie EKG, Blutdruck, SpO₂, Atemfrequenz, Kapnographie und Temperatur während Anästhesie oder Intensivtherapie, um kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
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    von AtmungRespiration
    Respiration bezeichnet den Prozess des Gasaustauschs über die Lunge: Aufnahme von Sauerstoff und Abgabe von Kohlendioxid. Sie ist lebenswichtig für den Zellstoffwechsel und wird im OP und auf Intensivstation kontinuierlich überwacht.
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    , KreislaufKreislauf
    Der Kreislauf umfasst Herz und Blutgefäße und dient dem Transport von Sauerstoff, Nährstoffen, CO₂ und Medikamenten. In der Anästhesie stehen hämodynamische Stabilität und Organperfusion im Mittelpunkt.
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    , Bewusstsein, Bewegung, Hautfarbe).

  • qSOFAqSOFA
    Der qSOFA-Score (quick Sequential Organ Failure Assessment) ist ein vereinfachtes Screening-Instrument zur Erkennung einer möglichen Sepsis außerhalb der Intensivstation. Er umfasst drei Kriterien: veränderte Vigilanz, systolischer Blutdruck ≤ 100 mmHg und Atemfrequenz ≥ 22/min. Bei ≥ 2 Punkten besteht ein erhöhtes Risiko für ungünstige Verläufe.
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    / SOFA:

    qSOFA als schnelles Screening auf Sepsis-Risiko im nicht-intensivmedizinischen Bereich, SOFA zur Abschätzung von Organversagen bei Intensivpatient:innen.

  • RASSRASS
    Der RASS (Richmond Agitation-Sedation Scale) ist eine Sedierungsskala zur standardisierten Beurteilung von Wachheit und Agitation, insbesondere auf Intensivstationen. Er reicht von +4 (hochagitiert) bis −5 (nicht erweckbar) und dient der Steuerung von Sedierung und Analgesie.
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    (Richmond Agitation Sedation Scale):

    Bewertung der Sedierungstiefe bei Intensiv- oder Narkosepatient:innen (von +4 bis –5).

  • Caprini-Score:
    Abschätzung des Risikos für venöse Thromboembolien (VTE) – wichtig bei operativen Eingriffen und Immobilisierung.

  • POSSUMPOSSUM
    Der POSSUM-Score (Physiological and Operative Severity Score for the enUmeration of Mortality and morbidity) dient zur Einschätzung von Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko bei chirurgischen Patienten anhand physiologischer und operativer Parameter.
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    / P-POSSUMP-POSSUM
    P-POSSUM ist eine erweiterte Version des POSSUM-Scores zur prä- und postoperativen Risikoabschätzung. Er kombiniert physiologische und operative Parameter, um Morbidität und Mortalität nach chirurgischen Eingriffen besser zu prognostizieren.
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    :

    „Physiological and Operative Severity Score for the enUmeration of Mortality and Morbidity“ – insbesondere im chirurgischen Setting zur präoperativen Risikoquantifizierung.

Klassifikationen – Einordnung in Gruppen oder Schweregrade

Was sie leisten:
Klassifikationen ordnen klinische Beobachtungen oder Befunde in strukturierte Schweregrade oder Gruppen ein – für eine gemeinsame Sprache zwischen Fachdisziplinen und Therapieentscheidungen.

Typische Herkunft:
Erarbeitet durch Fachgesellschaften, Expertenkommissionen oder historisch gewachsen und später validiert.

Beispiele:

  • Mallampati-Klassifikation (1985):
    Einschätzung der Intubierbarkeit nach Sichtbarkeit pharyngealer Strukturen bei geöffnetem Mund – Klassen I bis IVIntravenös
    Intravenös bedeutet, dass ein Medikament oder eine Flüssigkeit direkt in eine Vene verabreicht wird. Dies ermöglicht einen schnellen Wirkungseintritt und eine gute Steuerbarkeit und ist daher der häufigste Applikationsweg in der Anästhesie.
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    .

  • Cormack-Lehane-Klassifikation (1984):
    Laryngoskopieklassifikation der Glottissicht während der direkten IntubationIntubation
    Intubation bezeichnet das Einführen eines Tubus in die Trachea zur Sicherung der Atemwege. Sie erfolgt meist unter direkter oder videounterstützter Laryngoskopie und ermöglicht kontrollierte Beatmung und Schutz vor Aspiration.
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    – Grade I bis IVIntravenös
    Intravenös bedeutet, dass ein Medikament oder eine Flüssigkeit direkt in eine Vene verabreicht wird. Dies ermöglicht einen schnellen Wirkungseintritt und eine gute Steuerbarkeit und ist daher der häufigste Applikationsweg in der Anästhesie.
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    .

  • NYHA-Klassen (New York Heart Association):
    Einteilung der Belastungstoleranz und Symptomschwere bei HerzinsuffizienzHerzinsuffizienz
    Herzinsuffizienz bezeichnet eine unzureichende Pumpleistung des Herzens mit Symptomen wie Dyspnoe, Leistungsabnahme und Ödemen. Perioperativ sind eine vorsichtige Volumensteuerung, angepasste Narkoseführung und engmaschiges hämodynamisches Monitoring notwendig, um Dekompensationen zu vermeiden.
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    – Klassen I bis IV.

  • Clavien-Dindo-Klassifikation (2004):
    Graduiert postoperative Komplikationen v. a. nach konsekutiv erforderlichen therapeutischen Maßnahmen (Grade I–V).

  • Niveauklassifikation nach LEMON oder MACOCHA:
    Airway-Einschätzungen zur Evaluation schwieriger Atemwegssituationen – präklinisch oder perioperativ.

Schemata – strukturierte Abläufe oder Merksätze

Was sie leisten:
Schemata strukturieren die Notfallversorgung, helfen Prioritäten zu setzen und Handlungsabläufe zu standardisieren.

Typische Herkunft:
Weltweit etablierte Notfallkonzepte – oft aus militärischer oder präklinischer Medizin hervorgegangen.

Beispiele:

  • ABCDE-Schema:
    Schrittweise Erstbeurteilung im Notfall: Airway, Breathing, Circulation, Disability, Exposure/Environment.

  • SAMPLE-/AMPEL-Anamnese:
    Strukturierte Erhebung der Vorgeschichte: (S)ymptome, (A)llergien, (M)edikamente, (P)atientenvorgeschichte, (L)etzte Mahlzeit, (E)reignisse.

  • OPQRST-Schema:
    Schmerzverlauf strukturiert erfragen: Onset, Provocation, Quality, Region/Radiation, Severity, Time.

  • FAST (Focused Assessment with Sonography for Trauma):
    Ultraschall-basiertes diagnostisches Verfahren zur raschen Detektion freier Flüssigkeit bei Trauma.

Schmerzskalen – subjektive Schmerzbewertung

Was sie leisten:
Diese Skalen ermöglichen die individuelle Quantifizierung des Schmerzempfindens – entscheidend für Schmerzerkennung, -dokumentation und -therapie.

Typische Herkunft:
Entwickelt in Schmerzforschung, Rehabilitations- und AnästhesiologieAnästhesiologie
Die Anästhesiologie ist ein eigenständiges medizinisches Fachgebiet, das Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie umfasst. Anästhesiologen sind für Narkosen, perioperative Versorgung, Behandlung kritisch kranker Patienten und interdisziplinäre Schmerztherapie verantwortlich.
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– heute standardisiert eingesetzt weltweit.

Beispiele:

  • NRSNRS
    Numerische Ratingskala zur standardisierten Schmerzerfassung. Der Patient bewertet seine Schmerzen typischerweise auf einer Skala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz).
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    (Numerische Rating-Skala):

    Zahlenskala 0 (kein Schmerz) bis 10 (maximal vorstellbarer Schmerz).

  • VAS (Visuelle Analogskala):
    Darstellung auf einer Linie von „kein Schmerz“ bis „stärkster denkbarer Schmerz“.

  • Wong-Baker FACES Pain Rating Scale:
    Schmerzangabe über Gesichtsausdrücke – für Kinder ab etwa 3 Jahren oder kognitiv eingeschränkte Patient:innen.
    → Wong-Baker FACES Foundation

  • FPS-R (Faces Pain Scale – Revised):
    Smiley-Skala speziell für Kinder und geriatrische Patient:innen.

  • FLACC-Scale (Face, Legs, Activity, Cry, Consolability):
    Objektive Schmerzeinschätzung bei Babys und atraumatologischen Patient:innen ohne sprachliche Ausdrucksfähigkeit.

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