30. November 2025

 S3-Leitlinie „Perioperative Versorgung herzchirurgischer Patienten“

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Akute Herausforderungen in der perioperativen Versorgung herzchirurgischer Patient:innen ergeben sich vor allem durch komplexe kardiale und hämodynamische Besonderheiten. Eine leitliniengerechte ÜberwachungMonitoring
Kontinuierliche Überwachung physiologischer Parameter wie EKG, Blutdruck, SpO₂, Atemfrequenz, Kapnographie und Temperatur während Anästhesie oder Intensivtherapie, um kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
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und Behandlung des Herz-KreislaufKreislauf
Der Kreislauf umfasst Herz und Blutgefäße und dient dem Transport von Sauerstoff, Nährstoffen, CO₂ und Medikamenten. In der Anästhesie stehen hämodynamische Stabilität und Organperfusion im Mittelpunkt.
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-Systems ist entscheidend für die PatientensicherheitPatientensicherheit
Unter Patientensicherheit werden alle Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlern oder Schäden während Anästhesie und Operation verstanden. Dazu gehören z. B. Checklisten, Team-Time-Out, klare Zuständigkeiten, standardisierte Abläufe und ein offener Umgang mit kritischen Ereignissen.
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und das therapeutische Outcome. Fehlerhafte oder unzureichende Überwachung kann schwere Komplikationen wie Organversagen, Arrhythmien oder Kreislaufkollaps verursachen und die Genesung verzögern.

Vor diesem Hintergrund wurde die S3-Leitlinie „Perioperative Versorgung herzchirurgischer Patienten – hämodynamisches Monitoring und Herz-Kreislauf“ unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für AnästhesiologieAnästhesiologie
Die Anästhesiologie ist ein eigenständiges medizinisches Fachgebiet, das Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie umfasst. Anästhesiologen sind für Narkosen, perioperative Versorgung, Behandlung kritisch kranker Patienten und interdisziplinäre Schmerztherapie verantwortlich.
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und IntensivmedizinIntensivmedizin
Die Intensivmedizin befasst sich mit der Diagnostik und Therapie lebensbedrohlich erkrankter Patienten. Sie umfasst erweitertes Monitoring, Organersatzverfahren wie Beatmung oder Dialyse sowie ein interdisziplinäres Management zur Stabilisierung und Rehabilitation.
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(DGAI) und weiteren Fachgesellschaften entwickelt.

Zielsetzung der Leitlinie

Die Leitlinie bietet Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften sowie weiteren Akteur:innen eine strukturierte, evidenzbasierte Orientierung für das hämodynamische MonitoringMonitoring
Kontinuierliche Überwachung physiologischer Parameter wie EKG, Blutdruck, SpO₂, Atemfrequenz, Kapnographie und Temperatur während Anästhesie oder Intensivtherapie, um kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
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und die Steuerung des Herz-KreislaufKreislauf
Der Kreislauf umfasst Herz und Blutgefäße und dient dem Transport von Sauerstoff, Nährstoffen, CO₂ und Medikamenten. In der Anästhesie stehen hämodynamische Stabilität und Organperfusion im Mittelpunkt.
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-Systems im Rahmen herzchirurgischer Eingriffe. Sie soll helfen, intra- und postoperativ Komplikationen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln, um die PatientensicherheitPatientensicherheit
Unter Patientensicherheit werden alle Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlern oder Schäden während Anästhesie und Operation verstanden. Dazu gehören z. B. Checklisten, Team-Time-Out, klare Zuständigkeiten, standardisierte Abläufe und ein offener Umgang mit kritischen Ereignissen.
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zu erhöhen und die Versorgungsqualität zu verbessern.

Wesentliche Ziele sind die Stabilisierung des Kreislaufes, Prävention von Organdysfunktionen und die Sicherstellung einer optimalen perioperativen Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Inhalte der Leitlinie

Die Leitlinie behandelt unter anderem:

  • Grundprinzipien des Monitoring- und Behandlungsmanagements bei herzchirurgischen Eingriffen

  • Auswahl und Anwendung hämodynamischer Monitoringverfahren (z. B. invasives und nicht-invasives Monitoring, Pulmonalarterienkatheter, transösophageale Echokardiographie)

  • Medikamentöse und interventionelle Strategien zur Kreislaufstützung (Katecholamine, Volumentherapie, mechanische Unterstützungssysteme)

  • Empfehlungen für spezielle Patientengruppen, wie z. B. Menschen mit HerzinsuffizienzHerzinsuffizienz
    Herzinsuffizienz bezeichnet eine unzureichende Pumpleistung des Herzens mit Symptomen wie Dyspnoe, Leistungsabnahme und Ödemen. Perioperativ sind eine vorsichtige Volumensteuerung, angepasste Narkoseführung und engmaschiges hämodynamisches Monitoring notwendig, um Dekompensationen zu vermeiden.
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    , Rhythmusstörungen oder weiteren kardiovaskulären Risikofaktoren

  • Qualitätssicherung und die Organisation perioperativer Versorgungsteams

  • Aspekte der Prozess- und Strukturqualität im perioperativen Management

  • Prävention und Monitoring von Komplikationen, wie Blutungen, Thromboembolien und Organdysfunktion

Besonderheiten der S3-Klassifikation

Als S3-Leitlinie gewährleistet das Dokument höchste methodische Standards im deutschen Leitlinienwesen. Die Empfehlungen gründen auf einer systematischen Evidenzrecherche, kritischer Bewertung der Studienlage und einem strukturierten Konsensverfahren, das die Expertise verschiedener Fachgesellschaften einbindet. Dadurch ist die Leitlinie besonders verbindlich und spiegelt den aktuellen Stand der Wissenschaft und klinischen Praxis wider.

Bedeutung für die Praxis

Die Leitlinie schafft die Grundlage für professionelles, standardisiertes hämodynamisches Monitoring und Kreislaufmanagement in der Herzchirurgie. Sie betont die Wichtigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit und multimodaler Strategien zur Sicherstellung optimaler Patientenversorgung und -sicherheit. Von besonderer Bedeutung ist die Empfehlung zur organisatorischen Etablierung spezialisierter Versorgungsteams und strukturierter Prozesse zur kontinuierlichen Betreuung und Qualitätssicherung im perioperativen Setting.

Link: S3-Leitlinie „Perioperative Versorgung herzchirurgischer Patienten – hämodynamisches Monitoring und Herz-Kreislauf“

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