20. September 2025

S1-Leitlinie: Rückenmarknahe Regionalanästhesien und antithrombotische Medikation

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In der AnästhesiologieAnästhesiologie
Die Anästhesiologie ist ein eigenständiges medizinisches Fachgebiet, das Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie umfasst. Anästhesiologen sind für Narkosen, perioperative Versorgung, Behandlung kritisch kranker Patienten und interdisziplinäre Schmerztherapie verantwortlich.
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haben rückenmarknahe Regionalverfahren wie Spinal-, Epidural- und Kaudalanästhesien einen festen Platz. Gleichzeitig steigt die Zahl der Patientinnen und Patienten, die dauerhaft gerinnungshemmende Medikamente erhalten – sei es zur Sekundärprophylaxe nach kardiovaskulären Ereignissen oder zur Prävention thromboembolischer Komplikationen.
Dieser Umstand führt zu einem klinischen Spannungsfeld: Während Gerinnungshemmer lebenswichtige Ereignisse verhindern können, erhöhen sie bei neuraxialen Eingriffen das Risiko schwerwiegender Blutungskomplikationen, etwa eines spinalen Hämatoms.

Zielsetzung der Leitlinie

Um hier Orientierung zu geben, hat die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und IntensivmedizinIntensivmedizin
Die Intensivmedizin befasst sich mit der Diagnostik und Therapie lebensbedrohlich erkrankter Patienten. Sie umfasst erweitertes Monitoring, Organersatzverfahren wie Beatmung oder Dialyse sowie ein interdisziplinäres Management zur Stabilisierung und Rehabilitation.
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(DGAI)
 eine S1-Leitlinie erarbeitet. Sie richtet sich an Anästhesistinnen und Anästhesisten, Intensivmediziner:innen, Operateur:innen sowie an das Pflegepersonal im OP-Bereich.
Die Leitlinie formuliert praxisnahe Empfehlungen, die helfen sollen, den Umgang mit antithrombotisch behandelten Patientinnen und Patienten sicher zu gestalten. Dabei steht stets die Balance zwischen Vermeidung von Thrombosen und Minimierung des Blutungsrisikos bei neuraxialen Verfahren im Mittelpunkt.

Inhalte der Leitlinie

Thematisch behandelt werden unter anderem:

  • die relevanten Gruppen von Antikoagulanzien und Thrombozytenfunktionshemmern,

  • Kriterien für das zeitliche Management im Zusammenhang mit neuraxialen Punktionen und liegenden Kathetern,

  • Aspekte der Risikoeinschätzung bei unterschiedlichen Patient:innen-Konstellationen,

  • organisatorische Maßnahmen wie die interdisziplinäre Absprache zwischen beteiligten Fachdisziplinen,

  • sowie der Stellenwert von Dokumentation und Patientenaufklärung im klinischen Alltag.

Besonderheiten der S1-Klassifikation

Die Leitlinie ist als S1-Leitlinie klassifiziert. Das bedeutet, sie beruht auf einem Konsens einer Expertengruppe, jedoch ohne systematische Evidenzaufarbeitung wie in höheren Leitlinienstufen (S2k, S2e oder S3). Sie ist damit eine praxisorientierte Handlungsempfehlung, spiegelt den aktuellen Kenntnisstand aus Expertensicht wider und wird regelmäßig überprüft und angepasst.

Bedeutung für die Praxis

Für die tägliche Arbeit im OP und auf Intensivstationen bietet die Leitlinie eine wertvolle Orientierungshilfe. Gerade bei multimorbiden Patientinnen und Patienten unterstützt sie eine abgestimmte Entscheidungsfindung, die Sicherheit und Versorgungsqualität gleichermaßen berücksichtigt.

Link: Leitline im AWMF-Register

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