Ropivacain

RopivacainRopivacain
Ropivacain ist ein langwirksames Lokalanästhetikum mit relativ stärker sensorischer als motorischer Blockade. Es wird häufig für periphere Nervenblockaden und kontinuierliche Regionalanalgesien eingesetzt und besitzt ein günstigeres kardiotoxisches Profil als Bupivacain.
[Zum Glossareintrag] ist ein langwirkendes LokalanästhetikumLokalanästhetikum
Medikament zur reversiblen Blockade von Natriumkanälen und damit der Nervenleitung. Vertreter: Lidocain, Bupivacain, Ropivacain. Einsatz in Infiltrations-, Leitungs- und Regionalanästhesie.
[Zum Glossareintrag] vom Amidtyp. Es wird hauptsächlich zur RegionalanästhesieRegionalanästhesie
Die Regionalanästhesie blockiert gezielt periphere Nerven, Nervenplexus oder neuraxiale Strukturen, um eine definierte Körperregion schmerzfrei zu machen. Im Gegensatz zur Allgemeinanästhesie bleibt der Patient meist bei Bewusstsein. Regionalverfahren werden häufig bei orthopädischen, unfallchirurgischen und geburtshilflichen Eingriffen eingesetzt.
[Zum Glossareintrag], einschließlich EpiduralanästhesieEpiduralanästhesie
Die Epiduralanästhesie ist ein Regionalanästhesieverfahren mit Injektion von Lokalanästhetika in den Epiduralraum. Sie ermöglicht segmentale Analgesie und Katheternachdosierung.
[Zum Glossareintrag], Nervenblockaden und InfiltrationsanästhesieInfiltrationsanästhesie
Die Infiltrationsanästhesie ist ein lokalanästhetisches Verfahren, bei dem Lokalanästhetikum schichtweise in das Gewebe rund um das Operationsgebiet injiziert wird. Dadurch werden freie Nervenendigungen blockiert; das Verfahren ist technisch einfach und wird bei kleineren chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriffen häufig eingesetzt.
[Zum Glossareintrag] eingesetzt. Ropivacain zeichnet sich durch eine geringere Kardiotoxizität im Vergleich zu anderen Lokalanästhetika aus.
Allgemeine Informationen
- Wirkstoffname: Ropivacain
- Handelsnamen: Naropin, Ropivacainhydrochlorid Kabi
- Wirkstoffklasse: Lokalanästhetikum vom Amidtyp
- Molekularformel: C17H26N2O
Pharmakologie
- PharmakokinetikPharmakokinetik
Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
[Zum Glossareintrag]: Gute Gewebepenetration, hepatische Metabolisierung - PharmakodynamikPharmakodynamik
Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
[Zum Glossareintrag]: Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle - Wirkmechanismus: Hemmung der Erregungsleitung in Nervenfasern
- Wirkungseintritt: 1-15 Minuten (abhängig von der Anwendungsart)
- Wirksamkeitsdauer: Bis zu 12 Stunden
- Metabolismus: Hepatische Metabolisierung über CYP1A2
- Ausscheidung: Renal als Metaboliten
Aussehen
- Weißes, kristallines Pulver
Erhältliche Konzentrationen
- 2 mg/ml, 5 mg/ml, 7,5 mg/ml, 10 mg/ml Injektionslösung
Anwendungsgebiete
- Epiduralanästhesie für chirurgische Eingriffe einschließlich Kaiserschnitt
- Plexusblockaden
- Leitungs- und Infiltrationsanästhesie
- Behandlung akuter postoperativer Schmerzzustände
Dosierung
- Erwachsene:
Epiduralanästhesie: 15-25 ml der 7,5 mg/ml Lösung
Plexusblockade: 30-40 ml der 7,5 mg/ml Lösung - Kinder über 12 Jahre:
Dosierung wie bei Erwachsenen - Kinder 1-12 Jahre:
Periphere NervenblockadePeriphere Nervenblockade
Bei der peripheren Nervenblockade wird gezielt ein einzelner Nerv oder Nervenstrang mit einem Lokalanästhetikum blockiert, um ein definiertes Gebiet zu betäuben. Das Verfahren ermöglicht gezielte Schmerzfreiheit bei Operationen oder postoperativ und kann sowohl einmalig (Single-Shot) als auch kontinuierlich über Katheter erfolgen.
[Zum Glossareintrag]: 0,2-0,6 mg/kg/h
Nebenwirkungen
- Häufig: Hypotension, Übelkeit, Erbrechen
- Weniger häufig: Bradykardie, Kopfschmerzen
- Selten: Allergische Reaktionen, Nervenschäden
Kontraindikationen
- Absolut: Überempfindlichkeit gegen Ropivacain oder andere Amidlokalanästhetika
- Relativ: Schwere HerzinsuffizienzHerzinsuffizienz
Herzinsuffizienz bezeichnet eine unzureichende Pumpleistung des Herzens mit Symptomen wie Dyspnoe, Leistungsabnahme und Ödemen. Perioperativ sind eine vorsichtige Volumensteuerung, angepasste Narkoseführung und engmaschiges hämodynamisches Monitoring notwendig, um Dekompensationen zu vermeiden.
[Zum Glossareintrag], Epilepsie
Wechselwirkungen
- Verstärkung der Wirkung durch andere Lokalanästhetika
- Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen bei gleichzeitiger Anwendung von CYP1A2-Inhibitoren
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
- Vorsicht bei Patienten mit Leberinsuffizienz
- Regelmäßige ÜberwachungMonitoring
Kontinuierliche Überwachung physiologischer Parameter wie EKG, Blutdruck, SpO₂, Atemfrequenz, Kapnographie und Temperatur während Anästhesie oder Intensivtherapie, um kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
[Zum Glossareintrag] der Vitalfunktionen während der Anwendung
LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
[Zum Glossareintrag]
- Bei Raumtemperatur, vor Licht geschützt
Missbrauchspotential
- Gering
Sonstiges
- Bewährtes Lokalanästhetikum in der Geburtshilfe aufgrund geringer kardialer Nebenwirkungen

Schreibe einen Kommentar