Rocuronium

RocuroniumRocuronium
Rocuronium ist ein nicht-depolarisierendes Muskelrelaxans mit schnellem Wirkungseintritt und mittlerer Wirkdauer. Es wird in der Anästhesie zur Erleichterung der Intubation und zur Muskelrelaxation während Operationen eingesetzt. Rocuronium wirkt durch kompetitive Hemmung der Acetylcholinrezeptoren an der motorischen Endplatte und kann durch Sugammadex antagonisiert werden
[Zum Glossareintrag] ist ein mittellang wirkendes nicht-depolarisierendes MuskelrelaxansMuskelrelaxans
Einzelnes Medikament, das die neuromuskuläre Übertragung blockiert und eine vorübergehende Erschlaffung der Skelettmuskulatur bewirkt, z. B. zur Erleichterung der Intubation oder bei großen OPs.
[Zum Glossareintrag] aus der Gruppe der Aminosteroide. Es zeichnet sich durch einen schnellen Wirkungseintritt aus und wird deswegen auch bevorzugt als Ersatz für das nebenwirkungsreiche SuccinylcholinSuccinylcholin
Suxamethonium, auch bekannt als Succinylcholin, ist ein depolarisierendes Muskelrelaxans mit sehr schnellem Wirkungseintritt und kurzer Wirkdauer. Es wird hauptsächlich für die Blitzintubation verwendet.
[Zum Glossareintrag] im Rahmen der Rapid Sequenz InduktionNarkoseeinleitung
Phase, in der durch Gabe von Anästhetika der Narkosezustand hergestellt wird. Meist intravenös (z. B. Propofol) oder inhalativ, kombiniert mit Analgetikum und ggf. Muskelrelaxans.
[Zum Glossareintrag] benutzt.
Allgemeine Informationen
Wirkstoffname: Rocuronium
Handelsnamen: Esmeron, Zemuron
Wirkstoffklasse: Nicht-depolarisierendes Muskelrelaxans (Aminosteroid)
Molekularformel: C32H53N2O4
Pharmakologie
PharmakokinetikPharmakokinetik
Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
[Zum Glossareintrag]: Hauptsächlich hepatische Metabolisierung
PharmakodynamikPharmakodynamik
Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
[Zum Glossareintrag]: Kompetitive Hemmung von Acetylcholin am nikotinischen Rezeptor der motorischen Endplatte
Wirkungseintritt: 1-2 Minuten
Wirksamkeitsdauer: 30-40 Minuten
Metabolismus: Hepatisch
Ausscheidung: Biliär und renal
Aussehen
Klare, farblose bis leicht gelbliche Lösung
Erhältliche Konzentrationen
10 mg/ml Injektionslösung
Anwendungsgebiete
Muskelrelaxation bei chirurgischen Eingriffen
Erleichterung der endotrachealen IntubationIntubation
Intubation bezeichnet das Einführen eines Tubus in die Trachea zur Sicherung der Atemwege. Sie erfolgt meist unter direkter oder videounterstützter Laryngoskopie und ermöglicht kontrollierte Beatmung und Schutz vor Aspiration.
[Zum Glossareintrag]
BlitzintubationBlitzintubation
Blitzintubation bezeichnet eine sehr schnelle Narkoseeinleitung mit rascher Intubation, meist bei drohender Aspirationsgefahr. Sie ähnelt der Rapid Sequence Induction.
[Zum Glossareintrag] als Alternative zu Succinylcholin
Dosierung
Erwachsene:
Intubationsdosis: 0,6 mg/kg Körpergewicht
Blitzintubation: 1,0 mg/kg Körpergewicht
Nachinjektionen: 0,15 mg/kg Körpergewicht
Nebenwirkungen
Häufig: Schmerzen an der Injektionsstelle
Weniger häufig: Tachykardie, HypotonieHypotonie
Hypotonie bezeichnet einen pathologisch niedrigen Blutdruck mit Risiko für unzureichende Organperfusion. Unter Anästhesie tritt sie häufig durch Vasodilatation, Blutverlust oder Medikamentenwirkung auf und wird mit Volumen, Vasopressoren oder Anpassung der Anästhesietiefe behandelt.
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Selten: Allergische Reaktionen
Kontraindikationen
Absolut: Überempfindlichkeit gegen Rocuronium
Wechselwirkungen
Verstärkung der Wirkung durch InhalationsanästhetikaInhalationsanästhetika
Inhalationsanästhetika wirken auf verschiedene Zielstrukturen im Zentralnervensystem. Sie beeinflussen vermutlich GABA-, Glycin-, Glutamat- und NMDA-Rezeptoren im ZNS. Dies führt zu hypnotischen, analgetischen, muskelrelaxierenden und reflexdämpfenden Effekten.
[Zum Glossareintrag] und Aminoglykoside
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
Vorsicht bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion
LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
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Bei 2-8 °C im Kühlschrank lagern
Missbrauchspotential
Gering
Sonstiges
Rocuronium kann durch SugammadexSugammadex
Sugammadex ist ein spezifisches Antidot für nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien vom Aminosteroid-Typ (z. B. Rocuronium, Vecuronium). Es kapselt das Relaxans im Plasma und ermöglicht eine rasche und zuverlässige Aufhebung der neuromuskulären Blockade.
[Zum Glossareintrag] spezifisch antagonisiert werden.

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