8. Februar 2026

UPDATE! Rapid Sequence Induction (RSI)

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Die Rapid Sequence InductionRapid Sequence Induction (RSI)
Die Rapid Sequence Induction (RSI) ist eine Narkoseeinleitung mit besonderem Aspirationsschutz. Sie umfasst vollständige Präoxygenierung, schnelle Gabe der Einleitungsmedikamente ohne Maskenbeatmung, sofortige Intubation und ggf. Krikoiddruck, um das Aspirationsrisiko bei nicht nüchternen Patienten zu reduzieren.
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(RSIRapid Sequence Induction (RSI)
Die Rapid Sequence Induction (RSI) ist eine Narkoseeinleitung mit besonderem Aspirationsschutz. Sie umfasst vollständige Präoxygenierung, schnelle Gabe der Einleitungsmedikamente ohne Maskenbeatmung, sofortige Intubation und ggf. Krikoiddruck, um das Aspirationsrisiko bei nicht nüchternen Patienten zu reduzieren.
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), auch Rapid Sequence IntubationIntubation
Intubation bezeichnet das Einführen eines Tubus in die Trachea zur Sicherung der Atemwege. Sie erfolgt meist unter direkter oder videounterstützter Laryngoskopie und ermöglicht kontrollierte Beatmung und Schutz vor Aspiration.
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genannt, ist eine standardisierte Technik zur schnellen Atemwegssicherung, insbesondere bei erhöhtem AspirationsrisikoAspirationsrisiko
Das Aspirationsrisiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass Mageninhalt oder andere Flüssigkeiten in die Lunge gelangen. Es wird durch Faktoren wie nicht eingehaltene Nüchternheit, Reflux, Ileus oder Schwangerschaft erhöht und beeinflusst die Wahl des Narkoseverfahrens und der Atemwegssicherung (z. B. rapid sequence induction).
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oder in Notfällen. Ziel ist die zügige und kontrollierte Intubation ohne ZwischenbeatmungZwischenbeatmung
Zwischenbeatmung ist eine kurzzeitige Beatmung zur Überbrückung kritischer Phasen, z. B. zwischen Narkoseeinleitung und Intubation oder bei Maskenwechsel. Sie soll Desaturationen und Hypoxie verhindern.
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, um eine AspirationAspiration
Aspiration bezeichnet das Einatmen von Fremdmaterial wie Mageninhalt, Blut oder Sekret in die Atemwege. Sie kann zu akuter Hypoxie, Bronchospasmus oder Aspirationspneumonie führen und stellt einen schwerwiegenden anästhesiologischen Zwischenfall dar, dem durch Nüchternheitsregeln, Atemwegssicherung und Lagerung vorgebeugt wird.
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zu vermeiden. RSI ist ein Hochrisikoverfahren, das eine exakte Vorbereitung, strukturierte Durchführung und engmaschige ÜberwachungMonitoring
Kontinuierliche Überwachung physiologischer Parameter wie EKG, Blutdruck, SpO₂, Atemfrequenz, Kapnographie und Temperatur während Anästhesie oder Intensivtherapie, um kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
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erfordert.

Früher nannte man die RSI auch „Ileus-Einleitung“. Im angloamerikanischen Raum werden die Bezeichnugnen „Crash Induction“ und „Rapid Sequence Intubation“ synonym verwendet.

Definition und Grundprinzip

  • Sequenzielle NarkoseeinleitungNarkoseeinleitung
    Phase, in der durch Gabe von Anästhetika der Narkosezustand hergestellt wird. Meist intravenös (z. B. Propofol) oder inhalativ, kombiniert mit Analgetikum und ggf. Muskelrelaxans.
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    mit unmittelbarer Relaxierung und primärer endotrachealer Intubation.
  • Keine Maskenbeatmung zwischen Relaxierung und Intubation (zur Vermeidung von Mageninsufflation und Regurgitation).

Kernelemente

  • PräoxygenierungPräoxygenierung
    Bei der Präoxygenierung atmet der Patient vor Narkoseeinleitung einige Minuten O₂-reiches Atemgas (meist 100 % Sauerstoff) über eine Dichtsitzende Maske. Dadurch werden die Sauerstoffreserven erhöht und die sichere Apnoezeit verlängert.
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    (3–5 Min. mit 100 % O₂, idealerweise High-Flow-Nasal-Oxygenation, fortführen während ApnoeApnoe
    Apnoe bezeichnet das vorübergehende Aussetzen der Atmung, entweder spontan oder im Rahmen einer Narkose. Sie kann medikamentös bedingt, reflektorisch ausgelöst oder Folge einer Atemwegsobstruktion sein und erfordert je nach Dauer und Situation eine gesicherte Ventilation.
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    )
  • GabeGabe
    Unter Gabe versteht man die Verabreichung eines Medikaments über einen definierten Applikationsweg wie oral, intravenös, intramuskulär oder rektal. Sie erfolgt nach klaren Dosierungsrichtlinien und ist zentraler Bestandteil sicherer medikamentöser Therapie.
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    eines Opioids, Hypnotikums, MuskelrelaxansMuskelrelaxans
    Einzelnes Medikament, das die neuromuskuläre Übertragung blockiert und eine vorübergehende Erschlaffung der Skelettmuskulatur bewirkt, z. B. zur Erleichterung der Intubation oder bei großen OPs.
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    (rasch und in voller Dosis)
  • Direkte LaryngoskopieDirekte Laryngoskopie
    Die direkte Laryngoskopie ist das klassische Verfahren, bei dem mit einem Laryngoskopspatel Zunge und Epiglottis angehoben werden, um die Stimmritze direkt einzusehen. Sie ist die Standardtechnik zur trachealen Intubation, kann aber bei anatomisch schwierigem Atemweg limitiert sein und wird dann durch Videolaryngoskopie oder alternative Verfahren ergänzt.
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    und Intubation
  • Tubusblockung, sofortige kapnometrische Kontrolle

Indikationen

  • Nicht-nüchterner Patient (Trauma, Ileus, GI-Blutung, Notfall-OP)
  • Erhöhtes Aspirationsrisiko (Schädel-Hirn-Trauma, Polytrauma, eingeschränktes Bewusstsein)
  • Akutes Abdomen, gesteigerter intraabdomineller Druck
  • Schwangere ab 16. SSW
  • Präklinisch: Kritische Notfallpatient:innen ohne gesicherten AtemwegAtemweg
    Der Atemweg umfasst alle anatomischen Strukturen, durch die Luft von der Umgebung bis zu den Alveolen transportiert wird, also Nase, Mund, Rachen, Kehlkopf, Trachea und Bronchien. In der Anästhesie steht insbesondere die Sicherung des oberen Atemwegs im Mittelpunkt, um eine ausreichende Ventilation und Oxygenierung zu gewährleisten.
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Kontraindikationen

  • Antizipierter schwieriger Atemweg ohne vorhandenen Backup-Plan (z. B. kein Plan für chirurgischen Zugang)
  • CICO-Szenario (Cannot Intubate, Cannot Oxygenate) ohne Notfallplan – hier muss eine alternative Atemwegssicherung sofort verfügbar sein
  • Totale obere Atemwegsobstruktion/faziale Destruktion: primär chirurgischer Atemweg

Relative Kontraindikationen:

  • SpontanatmungSpontanatmung
    Spontanatmung ist die vom Patienten eigenständig erzeugte Atmung im Gegensatz zur vollständig kontrollierten maschinellen Beatmung. Sie kann unterstützt oder entlastet werden, z. B. durch Druckunterstützung.
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    mit suffizientem GasaustauschGasaustausch
    Der Gasaustausch beschreibt in den Alveolen die Aufnahme von Sauerstoff in das Blut und die Abgabe von Kohlendioxid. Er hängt von Ventilation, Perfusion und Diffusion ab und ist ein wesentlicher Parameter der respiratorischen Funktion.
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    möglich
  • Effektive Atemwegssicherung durch weniger invasive Maßnahmen möglich

Medikamenten-spezifisch: 

  • SuccinylcholinSuccinylcholin
    Suxamethonium, auch bekannt als Succinylcholin, ist ein depolarisierendes Muskelrelaxans mit sehr schnellem Wirkungseintritt und kurzer Wirkdauer. Es wird hauptsächlich für die Blitzintubation verwendet.
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    : Hyperkaliämie, neuromuskuläre Erkrankungen, Verbrennungen, Maligne HyperthermieMaligne Hyperthermie
    Seltene, erblich bedingte, lebensbedrohliche Reaktion auf volatile Anästhetika und Succinylcholin. Typisch sind rascher CO₂-Anstieg, Tachykardie, Rigor, Temperaturanstieg und Hyperkaliämie. Therapie: Trigger stoppen, Dantrolen, intensives Monitoring.
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  • RocuroniumRocuronium
    Rocuronium ist ein nicht-depolarisierendes Muskelrelaxans mit schnellem Wirkungseintritt und mittlerer Wirkdauer. Es wird in der Anästhesie zur Erleichterung der Intubation und zur Muskelrelaxation während Operationen eingesetzt. Rocuronium wirkt durch kompetitive Hemmung der Acetylcholinrezeptoren an der motorischen Endplatte und kann durch Sugammadex antagonisiert werden
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    : Schwere Leberinsuffizienz

Vorbereitung

  • Präoxygenierung (3–5 Min., 100 % O₂, High-Flow-Nasal-Oxygenation bevorzugt)
  • In der Regel werden zwei technisch voneinander unabhängige Absaugungen mit laufendem Sog und großlumigen Kathetern bereitgestellt.
  • LagerungLagerung
    Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
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    : Kopfhochlagerung (“Ramped” oder semi-Fowler), insbesondere bei Adipositas oder schwierigem Atemweg
  • MonitoringMonitoring
    Kontinuierliche Überwachung physiologischer Parameter wie EKG, Blutdruck, SpO₂, Atemfrequenz, Kapnographie und Temperatur während Anästhesie oder Intensivtherapie, um kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
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    : EKGEKG
    Das Elektrokardiogramm (EKG) registriert die elektrische Herzaktivität und dient der Erkennung von Rhythmusstörungen, Ischämien und Leitungsstörungen. Es ist ein Standardmonitor im OP.
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    , SpO₂, RRBlutdruck
    Blutdruck ist der Druck des Blutes in den Arterien. In der Anästhesie ist die kontinuierliche Überwachung entscheidend, um Hypo- oder Hypertonie rechtzeitig zu erkennen.
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    , EtCO₂
  • Atemwegsmaterial (VideolaryngoskopVideolaryngoskop
    Ein Videolaryngoskop ist ein Laryngoskop mit integrierter Kamera am Spatel, das die Glottissicht auf einen Monitor überträgt. Es erleichtert die Intubation bei schwierigen Luftwegen und erhöht die Erfolgsrate im Vergleich zur direkten Laryngoskopie.
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    als Standard!), Bougie/Eschmann-Introducer, Alternativen (LarynxmaskeLarynxmaske
    Supraglottische Atemwegshilfe zur Beatmung ohne direkte Laryngoskopie. Liegt über dem Kehlkopf, ermöglicht spontane und kontrollierte Beatmung; geeignet für kurze, risikoarme Eingriffe.
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    /i-Gel)
  • Notfallset für chirurgische Atemwegsanlage (z. B. Koniotomie)

Durchführung

  1. Gabe von OpioidOpiat
    Opiate sind starke Schmerzmittel, die direkt aus dem Opium (z. B. Morphin, Codein) gewonnen werden. Im klinischen Alltag wird der Begriff oft unscharf auch für synthetische Opioide verwendet. Sie wirken über Opioidrezeptoren im ZNS und sind fester Bestandteil vieler anästhesiologischer Verfahren.
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    (FentanylFentanyl
    Fentanyl ist ein hochpotentes synthetisches Opioid-Analgetikum, das in der Anästhesie und Schmerztherapie eingesetzt wird. Es zeichnet sich durch eine etwa 100-fach stärkere analgetische Wirkung als Morphin aus. Fentanyl wird sowohl bei der Narkoseeinleitung und -aufrechterhaltung als auch zur Behandlung starker chronischer Schmerzen verwendet. Es ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Injektionslösungen, Pflaster und Nasensprays.
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    1–2 µg/kg)

  2. Gabe Hypnotikum (z. B.:

    • EtomidatEtomidat
      Etomidat ist ein kurz wirksames Injektionsanästhetikum, das hauptsächlich zur Narkoseeinleitung verwendet wird. Es zeichnet sich durch seine hämodynamische Stabilität aus und wird besonders bei Patienten mit eingeschränkter Herzfunktion oder Kreislaufinstabilität eingesetzt. Etomidat hat eine schnelle Anschlagszeit und kurze Wirkdauer.
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      0,2–0,3 mg/kg (hämodynamisch stabil)

    • PropofolPropofol
      Propofol ist ein schnell wirkendes Narkosemittel zur Einleitung und Aufrechterhaltung von Vollnarkosen. Es wird intravenös verabreicht und findet Anwendung bei Operationen und diagnostischen Eingriffen. Charakteristisch sind der rasche Wirkungseintritt und die kurze Wirkdauer. Propofol wird auch zur Sedierung auf Intensivstationen eingesetzt. Es eignet sich für Erwachsene und Kinder und bietet eine gute Steuerbarkeit der Narkosetiefe.
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      1,5–2,5 mg/kg (kardiodepressiv)

    • KetaminKetamin
      Ketamin ist ein dissoziatives Anästhetikum mit analgetischer und psychotroper Wirkung. Es wird zur Narkoseeinleitung, Analgosedierung und Schmerztherapie eingesetzt. S-Ketamin (Esketamin) ist das pharmakologisch aktivere Enantiomer des Ketamins mit höherer Potenz und geringeren Nebenwirkungen. Beide Formen finden in der Anästhesie, Notfall- und Schmerzmedizin Anwendung.
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      1–2 mg/kg (sympathomimetisch, gut bei Kreislaufinstabilität)

  3. Direkt danach Muskelrelaxans:

    • Succinylcholin 1–1,5 mg/kg (30–60s Wirkeintritt, kurze Wirkdauer)

    • oder Rocuronium 1–1,2 mg/kg (60–90s Wirkeintritt, längere Wirkdauer, mit SugammadexSugammadex
      Sugammadex ist ein spezifisches Antidot für nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien vom Aminosteroid-Typ (z. B. Rocuronium, Vecuronium). Es kapselt das Relaxans im Plasma und ermöglicht eine rasche und zuverlässige Aufhebung der neuromuskulären Blockade.
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      antagonisierbar)

  4. Keine Zwischenbeatmung (außer bei kritischer Entsättigung vorsichtig, bevorzugt mit PEEPPEEP
    PEEP ist ein zusätzlicher Druck am Ende der Exspiration, der das vollständige Kollabieren der Alveolen verhindert und so den Gasaustausch verbessert. Er ist ein zentrales Einstellelement bei der Beatmung und muss individuell an Lunge und Kreislaufsituation angepasst werden.
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    und niedrigen Drücken, bei modifizierter RSI)

  5. LaryngoskopieLaryngoskopie
    Direkte instrumentelle Darstellung des Kehlkopfes zur Einführung eines Endotrachealtubus. Erfordert korrekte Positionierung, ausreichende Relaxation und Erfahrung.
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    , Intubation, Tubusblockung

  6. Kapnographische Bestätigung (sichtbarer EtCO₂)

  7. TubusfixierungTubusfixierung
    Tubusfixierung bezeichnet die sichere Befestigung des Endotrachealtubus, z. B. mit Bändern oder Pflastern, um Dislokationen und Leckagen zu verhindern. Lagekontrolle und dokumentierte Tubusmarkierung sind obligatorisch.
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    , BeatmungVentilation
    Ventilation bezeichnet die Belüftung der Lunge, entweder spontan oder maschinell über ein Beatmungsgerät. Sie stellt den Gasaustausch sicher und ist zentrales Element der Anästhesie und Intensivmedizin.
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    , ggf. weitere SedierungSedierung
    Sedierung bezeichnet die medikamentöse Dämpfung des zentralen Nervensystems, bei der der Patient beruhigt ist, aber je nach Tiefe ansprechbar bleiben kann. Ziele sind Angst- und Stressreduktion sowie bessere Toleranz von Eingriffen. Sie erfordert angepasstes Monitoring und Airway-Management.
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Pharmakologisches Konzept

Überwachung & Monitoring

  • EKG, SpO₂, RR, EtCO₂
  • Engmaschige Überwachung auf HypotonieHypotonie
    Hypotonie bezeichnet einen pathologisch niedrigen Blutdruck mit Risiko für unzureichende Organperfusion. Unter Anästhesie tritt sie häufig durch Vasodilatation, Blutverlust oder Medikamentenwirkung auf und wird mit Volumen, Vasopressoren oder Anpassung der Anästhesietiefe behandelt.
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    , HypoxieHypoxie
    Hypoxie beschreibt einen Sauerstoffmangel im Gewebe, der trotz normaler oder erniedrigter Blutwerte auftreten kann. Sie gefährdet besonders Gehirn, Herz und Niere und zeigt sich klinisch unter anderem durch Unruhe, Tachykardie und Bewusstseinsstörungen.
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    , Bradykardie, insbesondere nach Succinylcholin, Ausschluss von Komplikationen
  • Lückenlose Dokumentation von Medikamenten, Dosierungen, Zeitpunkten, Komplikationen (z. B. Desaturation, Aspiration, Reintubation)

Komplikationen

  • Atemwegtrauma, Stimmbandverletzung
  • Tubusfehllage (Ösophagus/Bronchus)
  • Aspiration trotz korrektem Vorgehen
  • AwarenessAwareness unter Narkose
    Awareness unter Narkose bezeichnet das unerwünschte Wachsein oder Miterleben von OP-Situationen trotz vermeintlich ausreichender Allgemeinanästhesie. Sie ist selten, kann aber zu schweren psychischen Folgen führen und macht sorgfältige Narkosesteuerung, Dosisanpassung und ggf. Hirnfunktionsmonitoring notwendig.
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    bei unzureichender Sedierung
  • Bradykardie (v. a. Succinylcholin/Vagusreizung)
  • Hypotonie (z. B. Propofol/SedativaBeruhigungsmittel
    Beruhigungsmittel sind Medikamente, die Angst und Unruhe reduzieren. In der Anästhesie werden sie präoperativ zur Sedierung eingesetzt. Wichtig sind Dosierung und Überwachung von Atmung und Kreislauf.
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    )
  • Maligne Hyperthermie (Succinylcholin, volatile AnästhetikaInhalationsanästhetika
    Inhalationsanästhetika wirken auf verschiedene Zielstrukturen im Zentralnervensystem. Sie beeinflussen vermutlich GABA-, Glycin-, Glutamat- und NMDA-Rezeptoren im ZNS. Dies führt zu hypnotischen, analgetischen, muskelrelaxierenden und reflexdämpfenden Effekten.
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    )
  • Hypoxie, Reintubation, Regurgitation

Vorteile und Nachteile

Nachsorge

  • Kontrolle der Tubuslage (Auskultation, EtCO₂, Thoraxhebung)
  • Postintubationssedierung und AnalgesieAnalgesie
    Analgesie bezeichnet den Zustand der Schmerzfreiheit oder deutlich reduzierten Schmerzempfindung bei erhaltenem Bewusstsein. Sie kann medikamentös, z. B. durch Opioide und Nicht-Opioid-Analgetika, oder regionalanästhesiologisch erreicht werden und ist ein zentrales Ziel der perioperativen Versorgung.
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  • Einstellung und Überwachung der Beatmung
  • Kreislaufstabilisierung
  • Vollständige Dokumentation inklusive Komplikationen, Medikamenten, Dosierungen, Zeitpunkten

Besonderheiten und aktuelle Empfehlungen

  • Immer häufiger werden Checklisten eingesetzt, um die Fehlerquote zu minimieren und die Durchführung zu standardisieren
  • VideolaryngoskopieVideolaryngoskopie
    Unter Videolaryngoskopie versteht man die Intubation mit Hilfe eines Videolaryngoskops. Die indirekte Sicht auf die Stimmbänder über den Monitor verbessert die Darstellung bei ungünstigen anatomischen Verhältnissen.
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    und High-Flow-Präoxygenierung werden zunehmend empfohlen und in Leitlinien genannt
  • Rocuronium + Sugammadex setzen sich als Standard durch, besonders bei geplanter RSI, um ggf. eine rasche Antagonisierung zu ermöglichen
  • Bei modifizierter RSI (z. B. schwerer HypoxämieHypoxämie
    Hypoxämie bezeichnet einen verminderten Sauerstoffgehalt im arteriellen Blut, meist definiert über erniedrigten PaO₂ oder SaO₂. Ursachen sind zum Beispiel Atelektasen, Ventilations‑Perfusions‑Mismatch oder Hypoventilation und erfordern rasche Diagnostik und Therapie.
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    ) kann eine vorsichtige Zwischenbeatmung notwendig sein
  • Bei instabilen Patient:innen wird Ketamin häufig bevorzugt
  • Varianten und Modifikationen des klassischen RSI werden je nach Patient, Setting und Teamkompetenz eingesetzt; auch Präoxygenierung im Sitzen („Ramped“ oder „semi-Fowler“) ist bei Adipositas und Schwangeren vorteilhaft

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2 Kommentare zu “UPDATE! Rapid Sequence Induction (RSI)”

  1. Aaron Warnke-Marinay Aaron Warnke-Marinay sagt:

    Hallo Zusammen,
    erstmal Kompliment für die tolle Webseite. Wie seht ihr das ? Zur klassischen RSI gehört die Opioidgabe erstmal nicht. Oder hat sich da inzwischen etwas verändert ?

    beste Grüße

  2. Malte Malte sagt:

    Moin, danke für die Blumen 🙂

    Eine spezifische Leitlinie zur RSI gibt es nicht, sie wird aber in der S1-Leitlinie „Atemwegsmanagement“ der DGAI“ angesprochen. Dort gibt es aber keine Empfehlung für oder wider Opioid.

    Lesenswert:
    https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-0628-3122.pdf

    Auszug: „Vor der RSI sollte ein Opioid appliziert werden, da die Dosis kreislaufwirksamer Hypnotika (insbesondere Propofol) und die hämodynamische Stimulation bei der Intubation reduziert werden können [13, 14]. Beispielsweise führt die Applikation von Fentanyl (2 µg/kgKG) vor der Gabe von Thiopental, Propofol oder Etomidat zu einer stabileren Kreislaufsituation als ohne Fentanyl [13]. Opioide erleichtern darüber hinaus die Intubationsbedingungen [15].“

    Bei der Sectio kann darauf verzichtet werden, um das Neugeborene nicht zu gefährden. Der zitierte Artikel empfiehlt in dem Fall Remifentanil, welches ja schon im Serum metabolisiert wird und somit kein bzw. nur ein mininmales Risiko für das Neugeborene darstellt.

    Analgesie in irgendeiner Form muss aber immer sein.

    Viele Grüße
    Malte

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