Propofol

PropofolPropofol
Propofol ist ein schnell wirkendes Narkosemittel zur Einleitung und Aufrechterhaltung von Vollnarkosen. Es wird intravenös verabreicht und findet Anwendung bei Operationen und diagnostischen Eingriffen. Charakteristisch sind der rasche Wirkungseintritt und die kurze Wirkdauer. Propofol wird auch zur Sedierung auf Intensivstationen eingesetzt. Es eignet sich für Erwachsene und Kinder und bietet eine gute Steuerbarkeit der Narkosetiefe.
[Zum Glossareintrag] ist ein schnell wirkendes Injektionsanästhetikum, das zur NarkoseeinleitungNarkoseeinleitung
Phase, in der durch Gabe von Anästhetika der Narkosezustand hergestellt wird. Meist intravenös (z. B. Propofol) oder inhalativ, kombiniert mit Analgetikum und ggf. Muskelrelaxans.
[Zum Glossareintrag] und -aufrechterhaltung sowie zur SedierungSedierung
Sedierung bezeichnet die medikamentöse Dämpfung des zentralen Nervensystems, bei der der Patient beruhigt ist, aber je nach Tiefe ansprechbar bleiben kann. Ziele sind Angst- und Stressreduktion sowie bessere Toleranz von Eingriffen. Sie erfordert angepasstes Monitoring und Airway-Management.
[Zum Glossareintrag] verwendet wird. Es zeichnet sich durch einen raschen Wirkungseintritt, eine kurze Wirkdauer und gute Steuerbarkeit aus. Propofol findet breite Anwendung in der AnästhesieKreissystem
Im Anästhesiekreissystem wird das Atemgas rückgeführt, gefiltert und mit frischem Gas ergänzt. Es ermöglicht effiziente Inhalationsanästhesie, CO₂-Elimination über den Kalkabsorber und Einstellung der Narkosegase.
[Zum Glossareintrag], IntensivmedizinIntensivmedizin
Die Intensivmedizin befasst sich mit der Diagnostik und Therapie lebensbedrohlich erkrankter Patienten. Sie umfasst erweitertes Monitoring, Organersatzverfahren wie Beatmung oder Dialyse sowie ein interdisziplinäres Management zur Stabilisierung und Rehabilitation.
[Zum Glossareintrag] und bei diagnostischen Verfahren.
Allgemeine Informationen
- Wirkstoffname: Propofol
- Handelsnamen: DisoprivanPropofol
Propofol ist ein schnell wirkendes Narkosemittel zur Einleitung und Aufrechterhaltung von Vollnarkosen. Es wird intravenös verabreicht und findet Anwendung bei Operationen und diagnostischen Eingriffen. Charakteristisch sind der rasche Wirkungseintritt und die kurze Wirkdauer. Propofol wird auch zur Sedierung auf Intensivstationen eingesetzt. Es eignet sich für Erwachsene und Kinder und bietet eine gute Steuerbarkeit der Narkosetiefe.
[Zum Glossareintrag], Propofol-Lipuro, Propofol-ratiopharm (und andere Generika) - Wirkstoffklasse: Injektionsanästhetikum, Hypnotikum
- Molekularformel: C12H18O
Pharmakologie
- PharmakokinetikPharmakokinetik
Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
[Zum Glossareintrag]: Schnelle Verteilung und Elimination - PharmakodynamikPharmakodynamik
Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
[Zum Glossareintrag]: Aktivierung von GABA-A-Rezeptoren - Wirkmechanismus: Verstärkung der inhibitorischen Neurotransmission durch GABA
- Wirkungseintritt: 30-40 Sekunden
- Wirksamkeitsdauer: 4-6 Minuten
- Metabolismus: Hepatisch durch Glucuronidierung und Sulfatierung
- Ausscheidung: Renal als inaktive Metaboliten
Aussehen
- Milchig-weiße Öl-in-Wasser-Emulsion
- Erhältliche Konzentrationen:
- 1% (10 mg/ml) und 2% (20 mg/ml)
Anwendungsgebiete
- Narkoseeinleitung und -aufrechterhaltung
- Sedierung bei diagnostischen und chirurgischen Eingriffen
- Sedierung beatmeter Patienten auf der IntensivstationIntensivmedizin
Die Intensivmedizin befasst sich mit der Diagnostik und Therapie lebensbedrohlich erkrankter Patienten. Sie umfasst erweitertes Monitoring, Organersatzverfahren wie Beatmung oder Dialyse sowie ein interdisziplinäres Management zur Stabilisierung und Rehabilitation.
[Zum Glossareintrag]
Dosierung
Erwachsene:
- Narkoseeinleitung: 1,5-2,5 mg/kg KG
- Narkoseaufrechterhaltung: 4-12 mg/kg KG/h
- Sedierung: 1-4 mg/kg KG/h
Kinder (>1 Monat):
- Narkoseeinleitung: 2,5-3,5 mg/kg KG
- Narkoseaufrechterhaltung: 9-15 mg/kg KG/h
- Sedierung: 1,5-4,5 mg/kg KG/h
Nebenwirkungen
- Häufig: HypotonieHypotonie
Hypotonie bezeichnet einen pathologisch niedrigen Blutdruck mit Risiko für unzureichende Organperfusion. Unter Anästhesie tritt sie häufig durch Vasodilatation, Blutverlust oder Medikamentenwirkung auf und wird mit Volumen, Vasopressoren oder Anpassung der Anästhesietiefe behandelt.
[Zum Glossareintrag], Bradykardie, ApnoeApnoe
Apnoe bezeichnet das vorübergehende Aussetzen der Atmung, entweder spontan oder im Rahmen einer Narkose. Sie kann medikamentös bedingt, reflektorisch ausgelöst oder Folge einer Atemwegsobstruktion sein und erfordert je nach Dauer und Situation eine gesicherte Ventilation.
[Zum Glossareintrag], Schmerzen an der Injektionsstelle - Weniger häufig: Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen
- Selten: Propofol-Infusionssyndrom, anaphylaktische Reaktionen
Kontraindikationen
- Absolut: Allergie gegen Propofol oder Bestandteile der Emulsion
- Relativ: Schwere Herz-, Leber- oder Niereninsuffizienz, Epilepsie, Schwangerschaft
Wechselwirkungen
- Verstärkung der Wirkung durch andere Anästhetika, OpioideOpioide
Opioide Analgetika spielen eine zentrale Rolle in der modernen Anästhesie und perioperativen Schmerztherapie. Als potente Schmerzmittel entfalten sie ihre Wirkung primär über die Bindung an Opioidrezeptoren, insbesondere μ-Rezeptoren, im zentralen Nervensystem.
[Zum Glossareintrag] und Benzodiazepine
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
- Strikte Asepsis bei der Handhabung
- Vorsichtige Dosierung bei älteren und kardiovaskulär vorerkrankten Patienten
- ÜberwachungMonitoring
Kontinuierliche Überwachung physiologischer Parameter wie EKG, Blutdruck, SpO₂, Atemfrequenz, Kapnographie und Temperatur während Anästhesie oder Intensivtherapie, um kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
[Zum Glossareintrag] der Vitalfunktionen
LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
[Zum Glossareintrag]
- Bei Raumtemperatur (15-25°C), vor Licht geschützt
Missbrauchspotential
- Vorhanden, aufgrund der euphorisierenden Wirkung in subanästhetischer Dosierung
Sonstiges
- Keine analgetische Wirkung, daher Kombination mit AnalgetikaAnalgetika
Analgetika sind Medikamente zur Behandlung von Schmerzen, die je nach Wirkmechanismus in Nicht-Opioid-Analgetika, Opioide und Koanalgetika unterteilt werden. In der Anästhesie werden sie zur intra- und postoperativen Schmerztherapie eingesetzt und häufig im multimodalen Konzept kombiniert, um Nebenwirkungen zu minimieren.
[Zum Glossareintrag] erforderlich - Geringe therapeutische Breite, Risiko einer AtemdepressionAtemdepression
Atemdepression bezeichnet eine durch zentrale oder periphere Ursachen reduzierte Atemtätigkeit mit Hypoventilation. Häufig ist sie medikamentös bedingt, etwa durch Opioide, Benzodiazepine oder Anästhetika, und erfordert je nach Ausprägung Sauerstoffgabe, Stimulationsmaßnahmen oder medikamentöse Antagonisierung.
[Zum Glossareintrag] bei Überdosierung

Schreibe einen Kommentar