28. November 2025

Procain

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Procain ist ein LokalanästhetikumLokalanästhetikum
Medikament zur reversiblen Blockade von Natriumkanälen und damit der Nervenleitung. Vertreter: Lidocain, Bupivacain, Ropivacain. Einsatz in Infiltrations-, Leitungs- und Regionalanästhesie.
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, das zur örtlichen Betäubung in der Medizin eingesetzt wird. Es wurde 1905 von Alfred Einhorn entwickelt und war eines der ersten synthetischen Lokalanästhetika. Procain wird häufig in der Zahnmedizin und bei kleineren chirurgischen Eingriffen verwendet.

Allgemeine Informationen

  • Wirkstoffname: Procain
  • Handelsnamen: Novocain, Syncain
  • Wirkstoffklasse: Lokalanästhetikum vom Estertyp
  • Molekularformel: C13H20N2O2

Pharmakologie

  • PharmakokinetikPharmakokinetik
    Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
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    :
     Schnelle Absorption, geringe Plasmaproteinbindung
  • PharmakodynamikPharmakodynamik
    Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
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    :
     Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle
  • Wirkmechanismus: Hemmung der Erregungsleitung in Nervenfasern
  • Wirkungseintritt: 5-10 Minuten
  • Wirksamkeitsdauer: 30-60 Minuten
  • Metabolismus: Hydrolytische Spaltung durch Pseudocholinesterasen
  • Ausscheidung: Renal als Metaboliten

Aussehen

  • Farbloses, kristallines Pulver

Erhältliche Konzentrationen

  • 0,5%, 1%, 2% Injektionslösung

Anwendungsgebiete

  • InfiltrationsanästhesieInfiltrationsanästhesie
    Die Infiltrationsanästhesie ist ein lokalanästhetisches Verfahren, bei dem Lokalanästhetikum schichtweise in das Gewebe rund um das Operationsgebiet injiziert wird. Dadurch werden freie Nervenendigungen blockiert; das Verfahren ist technisch einfach und wird bei kleineren chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriffen häufig eingesetzt.
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  • LeitungsanästhesieLeitungsanästhesie
    Gezielte Blockade eines peripheren Nervs oder Nervenplexus durch Injektion eines Lokalanästhetikums. Ermöglicht analgesie oder Anästhesie eines definierten Areals; wichtig bei extremitätennahen OPs.
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  • OberflächenanästhesieOberflächenanästhesie
    Bei der Oberflächenanästhesie wird ein Lokalanästhetikum direkt auf Schleimhäute oder die Haut aufgetragen. Es blockiert vorübergehend freie Nervenendigungen ohne Injektion und eignet sich z. B. für Endoskopien, Katheterisierungen oder kleinere zahnärztliche Eingriffe. Die Wirkung bleibt auf die oberflächlichen Schichten begrenzt.
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Dosierung

  • Erwachsene:
    • Infiltrationsanästhesie: 5-200 mg
    • Leitungsanästhesie: 25-200 mg
  • Kinder:
    • Maximaldosis: 7 mg/kg Körpergewicht

Nebenwirkungen

  • Häufig: Allergische Reaktionen
  • Weniger häufig: Schwindel, Übelkeit
  • Selten: Methämoglobinämie

Kontraindikationen

  • Absolut: Überempfindlichkeit gegen Procain oder andere Esterlokalanästhetika
  • Relativ: Schwere Leber- oder Niereninsuffizienz

Wechselwirkungen

  • Verstärkung der Wirkung von Muskelrelaxantien
  • Abschwächung der Wirkung von Sulfonamiden

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

  • Vorsicht bei Patienten mit Cholinesterasemangel
  • Vorsicht bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen

LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
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  • Lichtgeschützt, bei Raumtemperatur

Missbrauchspotential

  • Gering

Sonstiges

  • Historisch bedeutsam als eines der ersten synthetischen Lokalanästhetika

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