Mivacurium

MivacuriumMivacurium
Kurz wirksames, nicht-depolarisierendes Muskelrelaxans, das durch Plasma-Cholinesterasen abgebaut wird. Geeignet für kürzere Eingriffe; kann Histaminfreisetzung und Hypotonie verursachen.
[Zum Glossareintrag] ist ein kurz wirkendes nicht-depolarisierendes MuskelrelaxansMuskelrelaxans
Einzelnes Medikament, das die neuromuskuläre Übertragung blockiert und eine vorübergehende Erschlaffung der Skelettmuskulatur bewirkt, z. B. zur Erleichterung der Intubation oder bei großen OPs.
[Zum Glossareintrag] aus der Gruppe der Benzylisochinoline. Es wird bevorzugt für kurze Eingriffe eingesetzt.
Allgemeine Informationen
Wirkstoffname: Mivacurium
Handelsnamen: Mivacron
Wirkstoffklasse: Nicht-depolarisierendes Muskelrelaxans (Benzylisochinolin)
Molekularformel: C58H80N2O14
Pharmakologie
PharmakokinetikPharmakokinetik
Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
[Zum Glossareintrag]: Abbau durch Plasmacholinesterasen
PharmakodynamikPharmakodynamik
Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
[Zum Glossareintrag]: Kompetitive Hemmung von Acetylcholin am nikotinischen Rezeptor der motorischen Endplatte
Wirkungseintritt: 2-3 Minuten
Wirksamkeitsdauer: 15-20 Minuten
Metabolismus: Hydrolyse durch Plasmacholinesterasen
Ausscheidung: Renal als Metaboliten
Aussehen
Klare, farblose Lösung
Erhältliche Konzentrationen
2 mg/ml Injektionslösung
Anwendungsgebiete
Muskelrelaxation bei kurzen chirurgischen Eingriffen oder ambulanten Operationen
Dosierung
Erwachsene und Kinder über 2 Monate:
Intubationsdosis: 0,2-0,25 mg/kg Körpergewicht
Nachinjektionen: 0,1 mg/kg Körpergewicht alle 15 Minuten
Nebenwirkungen
Häufig: Hautrötungen (durch Histaminfreisetzung), vorübergehende Tachykardie
Weniger häufig: HypotonieHypotonie
Hypotonie bezeichnet einen pathologisch niedrigen Blutdruck mit Risiko für unzureichende Organperfusion. Unter Anästhesie tritt sie häufig durch Vasodilatation, Blutverlust oder Medikamentenwirkung auf und wird mit Volumen, Vasopressoren oder Anpassung der Anästhesietiefe behandelt.
[Zum Glossareintrag], BronchospasmusBronchospasmus
Bronchospasmus ist eine Verengung der Bronchien durch Kontraktion der Muskulatur. Er äußert sich durch Stridor, erhöhten Atemwegsdruck und Abfall der Sättigung.
[Zum Glossareintrag]
Selten: Verlängerte Wirkung bei genetischem Cholinesterasemangel, Urtikaria
Kontraindikationen
Absolut: Überempfindlichkeit gegen Mivacurium, Unmöglichkeit der künstlichen BeatmungVentilation
Ventilation bezeichnet die Belüftung der Lunge, entweder spontan oder maschinell über ein Beatmungsgerät. Sie stellt den Gasaustausch sicher und ist zentrales Element der Anästhesie und Intensivmedizin.
[Zum Glossareintrag], Plasmacholinesterasemangel, Patienten mit homozygot atypischer Plasmacholinesterase
Wechselwirkungen
Verstärkung der Wirkung durch Cholinesterasehemmer, InhalationsanästhetikaInhalationsanästhetika
Inhalationsanästhetika wirken auf verschiedene Zielstrukturen im Zentralnervensystem. Sie beeinflussen vermutlich GABA-, Glycin-, Glutamat- und NMDA-Rezeptoren im ZNS. Dies führt zu hypnotischen, analgetischen, muskelrelaxierenden und reflexdämpfenden Effekten.
[Zum Glossareintrag] (z.B. IsofluranIsofluran
Isofluran ist ein halogenierter Ether, der in der modernen Anästhesie als inhalatives Anästhetikum eingesetzt wird. Es wird hauptsächlich zur Aufrechterhaltung der Allgemeinanästhesie verwendet und zeichnet sich durch eine moderate hypnotische und muskelrelaxierende Wirkung aus.
[Zum Glossareintrag], Enfluran)
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
Vorsicht bei Patienten mit reduzierter Plasmacholinesterase-Aktivität (z.B. in Schwangerschaft, bei Lebererkrankungen)
Nicht geeignet für Blitzintubationen aufgrund des langsamen Wirkungseintritts
LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
[Zum Glossareintrag]
Gekühlt bei 2-8 °C lagern
Missbrauchspotential
Gering
Sonstiges
Mivacurium sollte über einen Zeitraum von 30 bis 60 Sekunden verabreicht werden, um histaminbedingte Nebenwirkungen zu reduzieren.

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