30. November 2025

Mallampati-Score erklärt: Von Klasse I bis IV

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Der Mallampati-Score (auch Mallampati-KlassifikationMallampati-Klassifikation
Skala zur Beurteilung der oropharyngealen Einsicht in sitzender Position bei weit geöffnetem Mund. Dient als Prädiktor für eine mögliche schwierige Intubation (Klassen I–IV).
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genannt) ist ein einfach durchzuführender, präoperativer Test zur Abschätzung, wie gut die Strukturen im Rachenraum sichtbar sind – und damit, wie leicht oder schwierig eine endotracheale IntubationIntubation
Intubation bezeichnet das Einführen eines Tubus in die Trachea zur Sicherung der Atemwege. Sie erfolgt meist unter direkter oder videounterstützter Laryngoskopie und ermöglicht kontrollierte Beatmung und Schutz vor Aspiration.
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sein könnte.
Ein höherer Score steht dabei für eine potenziell schwierigere Intubationssituation.

Historischer Hintergrund

  • 1985 entwickelte der indische Anästhesist Sheshagiri Mallampati die Klassifikation mit den Stufen I bis III.

  • 1987 erweiterten Samsoon und Young die Skala um Klasse IVIntravenös
    Intravenös bedeutet, dass ein Medikament oder eine Flüssigkeit direkt in eine Vene verabreicht wird. Dies ermöglicht einen schnellen Wirkungseintritt und eine gute Steuerbarkeit und ist daher der häufigste Applikationsweg in der Anästhesie.
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    .

  • Seitdem wird die 4-stufige Variante weltweit als Standard verwendet.

Durchführung des Tests

  1. Patientenposition: aufrecht sitzend oder stehend, Kopf in Neutralstellung.

  2. Anweisung: Mund weit öffnen, Zunge maximal herausstrecken – ohne Lautbildung („phonation“ vermeiden).

  3. Beurteilung: Sichtbare Strukturen im Oropharynx werden klassifiziert.

Klinische Bedeutung

  • Niedrige Klassen (I–II): in der Regel gute Intubationsbedingungen.

  • Hohe Klassen (III–IV): Hinweis auf eingeschränkte Sicht bei der LaryngoskopieLaryngoskopie
    Direkte instrumentelle Darstellung des Kehlkopfes zur Einführung eines Endotrachealtubus. Erfordert korrekte Positionierung, ausreichende Relaxation und Erfahrung.
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    , mögliches Risiko für schwierige Intubation.

  • Der Mallampati-Score sollte immer mit weiteren Parametern kombiniert werden (z. B. Mundöffnung, Halsbeweglichkeit, Thyromental-Distanz), da er allein nur eine begrenzte Vorhersagekraft besitzt.

Anwendung in der Praxis

  • Bestandteil des präoperativen Airway-Assessments in AnästhesieKreissystem
    Im Anästhesiekreissystem wird das Atemgas rückgeführt, gefiltert und mit frischem Gas ergänzt. Es ermöglicht effiziente Inhalationsanästhesie, CO₂-Elimination über den Kalkabsorber und Einstellung der Narkosegase.
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    und Notfallmedizin.

  • Schnell, nicht-invasiv, ohne Hilfsmittel durchführbar.

  • Wichtig: standardisierte Bedingungen, um Fehlklassifikationen zu vermeiden.

Hinweis zur modifizierten Variante

Neben der klassischen Einteilung gibt es eine modifizierte Mallampati-Klassifikation, die zusätzlich Klasse 0 (Epiglottis sichtbar) beinhaltet. Diese Erweiterung wird jedoch vor allem in speziellen Kontexten oder Studien eingesetzt und ist im klinischen Alltag weniger verbreitet.

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