30. November 2025

Lokalanästhetika im Vergleich

Lokalanästhetika vom Ester-Typ

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis wird geladen …

Bitte beachten: LA vom Ester-Typ haben in der AnästhesieKreissystem
Im Anästhesiekreissystem wird das Atemgas rückgeführt, gefiltert und mit frischem Gas ergänzt. Es ermöglicht effiziente Inhalationsanästhesie, CO₂-Elimination über den Kalkabsorber und Einstellung der Narkosegase.
[Zum Glossareintrag]
kaum noch einen Stellenwert. Der Vollständigkeit halber werden sie hier aufgeführt.

WirkstoffBeginnDauerPotenzpKaProteinbindungLipidlöslichkeitToxizitätBesonderheitenEinsatz
ProcainMK18.96%niedrigK:+ N:+Ester-AllergieInfiltrationInfiltrationsanästhesie
Die Infiltrationsanästhesie ist ein lokalanästhetisches Verfahren, bei dem Lokalanästhetikum schichtweise in das Gewebe rund um das Operationsgebiet injiziert wird. Dadurch werden freie Nervenendigungen blockiert; das Verfahren ist technisch einfach und wird bei kleineren chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriffen häufig eingesetzt.
[Zum Glossareintrag]
ChlorprocainSK1–28.7<10%niedrigK:+ N:+sehr sicherEDAEpiduralanästhesie
Die Epiduralanästhesie ist ein Regionalanästhesieverfahren mit Injektion von Lokalanästhetika in den Epiduralraum. Sie ermöglicht segmentale Analgesie und Katheternachdosierung.
[Zum Glossareintrag]
kurz, kurze SABSpinalanästhesie
Die Spinalanästhesie ist ein zentrales neuro-axiales Anästhesieverfahren, das durch Injektion eines Lokalanästhetikums in den Subarachnoidalraum eine schnelle, zuverlässige und segmentale Blockade sensorischer, motorischer und vegetativer Fasern erzeugt. Sie ist in der Orthopädie, Geburtshilfe, Urologie und Allgemeinchirurgie fest etabliert und stellt eine schonende Alternative zur Allgemeinanästhesie dar – insbesondere bei multimorbiden oder geriatrischen Patienten.
[Zum Glossareintrag]
TetracainTetracain
Tetracain ist ein langwirkendes Ester-Lokalanästhetikum, das historisch u. a. für die Spinalanästhesie eingesetzt wurde. Heute wird es eher selektiv, z. B. zur topischen Anästhesie an Auge oder Schleimhäuten, verwendet.
[Zum Glossareintrag]
LL38.5>90%hochK:++ N:++lange WirkungSAB, topisch
CocainSM28.7hochhochK:+ N:+vasokonstriktorischHNO topisch
Beginn: S = schnell, M = mittel, L = langsam | Dauer: K = kurz, M = mittel, L = lang | Potenz: 1 = niedrig, 2 = mittel, 3 = hoch | PB = Proteinbindung (%), LL = Lipidlöslichkeit (relativ) | Barizität: H = hyperbar, I = isobar (nur SAB-relevant) | Tox: K = Kardiotoxizität | N = Neurotoxizität (qualitativ: +/++/+++) | Einsatz: SAB = Spinal, EDA = Epidural, PNB = Periphere NervenblockadePeriphere Nervenblockade
Bei der peripheren Nervenblockade wird gezielt ein einzelner Nerv oder Nervenstrang mit einem Lokalanästhetikum blockiert, um ein definiertes Gebiet zu betäuben. Das Verfahren ermöglicht gezielte Schmerzfreiheit bei Operationen oder postoperativ und kann sowohl einmalig (Single-Shot) als auch kontinuierlich über Katheter erfolgen.
[Zum Glossareintrag]
, INF = Infiltration, IVRABier-Block
Der Bier-Block ist eine intravenöse Regionalanästhesie für kürzere Eingriffe an Hand oder Unterarm. Nach Blutleere wird Lokalanästhetikum intravenös in die gestauten Venen injiziert.
[Zum Glossareintrag]
= i.v.-Regional

Lokalanästhetika vom Amid-Typ

WirkstoffBeginnDauerPotenzpKaProteinbindungLipidlöslichkeitToxBesonderheitenEinsatz
LidocainLidocain
Mittel- bis langwirksames Lokalanästhetikum mit schneller Anflutung. Einsetzbar für Infiltrations-, Leitungs- und Regionalanästhesie sowie zur antiarrhythmischen Therapie (Klasse Ib).
[Zum Glossareintrag]
SM27.965%mittelK:+ N:+TNS-RisikoSAB, EDA, PNB, INF, IVRA
MepivacainMepivacain
Mittel- bis langwirksames Lokalanästhetikum mit relativ geringer Vasodilatation. Geeignet für Infiltrations-, Leitungs- und Regionalanästhesie.
[Zum Glossareintrag]
SM27.677%mittelK:+ N:+geringe VasodilatationPNB, INF, kurze SAB
PrilocainPrilocain
Prilocain ist ein mittelwirksames Lokalanästhetikum, das für Infiltrations-, Leitungs- und Regionalanästhesien eingesetzt wird. Bei hohen Dosen oder bestimmten Risikofaktoren kann eine Methämoglobinämie auftreten.
[Zum Glossareintrag]
SM27.955%mittelK:+ N:+Methämoglobin-BildungIVRA, INF
BupivacainM-LL38.195%hochK:+++ N:++hohe KardiotoxizitätSAB, EDA, PNB
LevobupivacainLevobupivacain
Lang wirksames Lokalanästhetikum der Amidgruppe mit geringerer Kardiotoxizität als racemisches Bupivacain. Einsatz für Regional- und Leitungsanästhesie.
[Zum Glossareintrag]
M-LL38.197%hochK:++ N:++weniger toxischEDA, PNB, SAB
RopivacainRopivacain
Ropivacain ist ein langwirksames Lokalanästhetikum mit relativ stärker sensorischer als motorischer Blockade. Es wird häufig für periphere Nervenblockaden und kontinuierliche Regionalanalgesien eingesetzt und besitzt ein günstigeres kardiotoxisches Profil als Bupivacain.
[Zum Glossareintrag]
ML2–38.194%mittelK:++ N:+motor-sparingPNB, EDA
ArticainSM27.895%hochK:+ N:+Ester-AnteilInfiltration, Zahnmedizin
Beginn: S = schnell, M = mittel, L = langsam | Dauer: K = kurz, M = mittel, L = lang | Potenz: 1 = niedrig, 2 = mittel, 3 = hoch | PB = Proteinbindung (%), LL = Lipidlöslichkeit (relativ) | Barizität: H = hyperbar, I = isobar (nur SAB-relevant) | Tox: K = Kardiotoxizität | N = Neurotoxizität (qualitativ: +/++/+++) | Einsatz: SAB = Spinal, EDA = Epidural, PNB = Periphere Nervenblockade, INF = Infiltration, IVRA= i.v.-Regional

Anwendungsgebiete

TechnikMittel der Wahl
Spinal (lang)Bupivacain, Levobupivacain, Ropivacain, Tetracain
Spinal (kurz)Mepivacain, Prilocain, Chlorprocain
EpiduralRopivacain, Bupivacain, Levobupivacain
PNBRopivacain, Bupivacain, Mepivacain
InfiltrationLidocain, Mepivacain, Articain
IVRAPrilocain, Lidocain

Dosierung

WirkstoffMax ohne AdrenalinAdrenalin
Katecholamin mit starker Wirkung an alpha- und beta-Rezeptoren, das Herzfrequenz, Kontraktilität und Blutdruck steigert. In der Anästhesie wird es u. a. in der Reanimation, bei anaphylaktischem Schock oder als Zusatz zu Lokalanästhetika eingesetzt, muss aber aufgrund arrhythmogener und ischämiefördernder Effekte streng dosiert werden.
[Zum Glossareintrag]
Max mit Adrenalin
Lidocain3–5 mg/kg7 mg/kg
Mepivacain4–5 mg/kg7 mg/kg
Prilocain6 mg/kg8 mg/kg
Bupivacain2 mg/kg
Ropivacain3 mg/kg
Articain7 mg/kg7 mg/kg
Procain7 mg/kg10 mg/kg
Chlorprocain10 mg/kg

Barizität

WirkstoffBarizitätBemerkung
Bupivacainhyperbar/isobarStandard für SAB
Lidocainisobarwegen TNS selten
Mepivacainisobarschnelle SAB
Tetracainhyperbarsehr lange Wirkung
Chlorprocainisobarultrakurz

Auch interessant:

Schlagworte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert