Isofluran

IsofluranIsofluran
Isofluran ist ein halogenierter Ether, der in der modernen Anästhesie als inhalatives Anästhetikum eingesetzt wird. Es wird hauptsächlich zur Aufrechterhaltung der Allgemeinanästhesie verwendet und zeichnet sich durch eine moderate hypnotische und muskelrelaxierende Wirkung aus.
[Zum Glossareintrag] ist ein halogenierter Ether, der in der modernen AnästhesieKreissystem
Im Anästhesiekreissystem wird das Atemgas rückgeführt, gefiltert und mit frischem Gas ergänzt. Es ermöglicht effiziente Inhalationsanästhesie, CO₂-Elimination über den Kalkabsorber und Einstellung der Narkosegase.
[Zum Glossareintrag] als inhalatives Anästhetikum eingesetzt wird. Es wird hauptsächlich zur Aufrechterhaltung der AllgemeinanästhesieAllgemeinanästhesie
Die Allgemeinanästhesie ist ein reversibler Zustand, der durch Medikamente gezielt herbeigeführt wird. Sie umfasst Bewusstlosigkeit, Schmerzfreiheit (Analgesie), Amnesie und Reflexdämpfung. Das zentrale Nervensystem wird kontrolliert ausgeschaltet, um operative Eingriffe ohne Belastung für den Patienten zu ermöglichen. Die Beatmung erfolgt meist kontrolliert.
[Zum Glossareintrag] verwendet und zeichnet sich durch eine moderate hypnotische und muskelrelaxierende Wirkung aus.
Allgemeine Informationen
- Wirkstoffname: Isofluran
- Handelsnamen: Forane®, Isoflurane®
- Wirkstoffklasse: InhalationsanästhetikaInhalationsanästhetika
Inhalationsanästhetika wirken auf verschiedene Zielstrukturen im Zentralnervensystem. Sie beeinflussen vermutlich GABA-, Glycin-, Glutamat- und NMDA-Rezeptoren im ZNS. Dies führt zu hypnotischen, analgetischen, muskelrelaxierenden und reflexdämpfenden Effekten.
[Zum Glossareintrag] (halogenierter Ether) - Molekularformel: C3H2ClF5O
- Geruch: leicht ätherisch, oft als unangenehm empfunden
Pharmakologie
- PharmakokinetikPharmakokinetik
Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
[Zum Glossareintrag]: Schnelle Anflutung und Elimination durch die LungeLunge
Zentrales Organ für Gasaustausch, Sauerstoffaufnahme und CO₂-Abgabe. In der Anästhesie Fokus für Ventilation, Oxygenierung und postoperative Komplikationen.
[Zum Glossareintrag] - PharmakodynamikPharmakodynamik
Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
[Zum Glossareintrag]: Bewirkt Hypnose, Amnesie und Muskelrelaxation - Wirkmechanismus: Modulation von GABA-Rezeptoren und NMDA-Hemmung
- Wirkungseintritt: Schnell
- Wirksamkeitsdauer: Kurz bis mittellang
- Metabolismus: Minimal, ca. 0,2 % hepatisch
- Ausscheidung: Über die Atemwege
Aussehen
Klare, farblose Flüssigkeit
Erhältliche Konzentrationen
Flüssigkeit zur Verdampfung, keine feste Konzentration in Gebinden
Anwendungsgebiete
- Allgemeinanästhesie
- Aufrechterhaltung der Anästhesie
Dosierung
- Erwachsene: 1,0-2,5 Vol.-%
- Kinder: 1,5-2,5 Vol.-%
Nebenwirkungen
- Häufig: HypotonieHypotonie
Hypotonie bezeichnet einen pathologisch niedrigen Blutdruck mit Risiko für unzureichende Organperfusion. Unter Anästhesie tritt sie häufig durch Vasodilatation, Blutverlust oder Medikamentenwirkung auf und wird mit Volumen, Vasopressoren oder Anpassung der Anästhesietiefe behandelt.
[Zum Glossareintrag], AtemdepressionAtemdepression
Atemdepression bezeichnet eine durch zentrale oder periphere Ursachen reduzierte Atemtätigkeit mit Hypoventilation. Häufig ist sie medikamentös bedingt, etwa durch Opioide, Benzodiazepine oder Anästhetika, und erfordert je nach Ausprägung Sauerstoffgabe, Stimulationsmaßnahmen oder medikamentöse Antagonisierung.
[Zum Glossareintrag] - Weniger häufig: Übelkeit, Erbrechen
- Selten: Maligne HyperthermieMaligne Hyperthermie
Seltene, erblich bedingte, lebensbedrohliche Reaktion auf volatile Anästhetika und Succinylcholin. Typisch sind rascher CO₂-Anstieg, Tachykardie, Rigor, Temperaturanstieg und Hyperkaliämie. Therapie: Trigger stoppen, Dantrolen, intensives Monitoring.
[Zum Glossareintrag]
Kontraindikationen
- Absolut: Maligne Hyperthermie in der Anamnese
- Relativ: Schwere Leberfunktionsstörungen
Wechselwirkungen
- Verstärkung von nicht-depolarisierenden MuskelrelaxanzienMuskelrelaxanzien
Gruppe von Medikamenten, die die neuromuskuläre Erregungsübertragung blockieren, um eine Erschlaffung der Skelettmuskulatur zu erzielen. Unterteilt in depolarisierende (z. B. Succinylcholin) und nicht-depolarisierende Substanzen (z. B. Rocuronium).
[Zum Glossareintrag]
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
- Einsatz bei Leberfunktionsstörungen mit Vorsicht
LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
[Zum Glossareintrag]
- Bei Raumtemperatur lagern
Missbrauchspotential
Keines bekannt
Sonstiges
- Isofluran wird oft in Kombination mit anderen Anästhetika verwendet.

Schreibe einen Kommentar