8. Juli 2024

Etomidat

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis wird geladen …

EtomidatEtomidat
Etomidat ist ein kurz wirksames Injektionsanästhetikum, das hauptsächlich zur Narkoseeinleitung verwendet wird. Es zeichnet sich durch seine hämodynamische Stabilität aus und wird besonders bei Patienten mit eingeschränkter Herzfunktion oder Kreislaufinstabilität eingesetzt. Etomidat hat eine schnelle Anschlagszeit und kurze Wirkdauer.
[Zum Glossareintrag]
ist ein kurz wirksames Injektionsanästhetikum, das hauptsächlich zur NarkoseeinleitungNarkoseeinleitung
Phase, in der durch Gabe von Anästhetika der Narkosezustand hergestellt wird. Meist intravenös (z. B. Propofol) oder inhalativ, kombiniert mit Analgetikum und ggf. Muskelrelaxans.
[Zum Glossareintrag]
verwendet wird. Es zeichnet sich durch seine hämodynamische Stabilität aus und wird besonders bei Patienten mit eingeschränkter Herzfunktion oder Kreislaufinstabilität eingesetzt. Etomidat hat eine schnelle Anschlagszeit und kurze Wirkdauer.

Allgemeine Informationen

  • Wirkstoffname: Etomidat
  • Handelsnamen: Hypnomidate, Etomidat-Lipuro
  • Wirkstoffklasse: Injektionsanästhetikum, Hypnotikum
  • Molekularformel: C14H16N2O2

Pharmakologie

  • PharmakokinetikPharmakokinetik
    Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
    [Zum Glossareintrag]
    : Schnelle Verteilung und Elimination
  • PharmakodynamikPharmakodynamik
    Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
    [Zum Glossareintrag]
    : Verstärkung der GABA-ergen Neurotransmission
  • Wirkmechanismus: Aktivierung von GABA-A-Rezeptoren
  • Wirkungseintritt: 30-60 Sekunden
  • Wirksamkeitsdauer: 3-5 Minuten
  • Metabolismus: Hepatisch durch Esterasen
  • Ausscheidung: Renal als inaktive Metaboliten

Aussehen

  • Klare, farblose Lösung (wässrig) oder weiße Emulsion (lipidhaltig)

Erhältliche Konzentrationen

  • 2 mg/ml

Anwendungsgebiete

  • Narkoseeinleitung
  • Kurznarkosen
  • SedierungSedierung
    Sedierung bezeichnet die medikamentöse Dämpfung des zentralen Nervensystems, bei der der Patient beruhigt ist, aber je nach Tiefe ansprechbar bleiben kann. Ziele sind Angst- und Stressreduktion sowie bessere Toleranz von Eingriffen. Sie erfordert angepasstes Monitoring und Airway-Management.
    [Zum Glossareintrag]
    bei diagnostischen Eingriffen

Dosierung

Erwachsene:

  • Narkoseeinleitung: 0,2-0,3 mg/kg KG

Kinder:

  • Narkoseeinleitung: 0,3 mg/kg KG

Nebenwirkungen

  • Häufig: Myoklonien, Übelkeit, Erbrechen
  • Weniger häufig: Schmerzen an der Injektionsstelle, ApnoeApnoe
    Apnoe bezeichnet das vorübergehende Aussetzen der Atmung, entweder spontan oder im Rahmen einer Narkose. Sie kann medikamentös bedingt, reflektorisch ausgelöst oder Folge einer Atemwegsobstruktion sein und erfordert je nach Dauer und Situation eine gesicherte Ventilation.
    [Zum Glossareintrag]
  • Selten: Allergische Reaktionen, Nebennierenrindensuppression

Kontraindikationen

  • Absolut: Allergie gegen Etomidat
  • Relativ: Nebennierenrindeninsuffizienz, Sepsis, Schwangerschaft

Wechselwirkungen

  • Verstärkung der Wirkung durch andere Anästhetika und Benzodiazepine

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

  • Vorsicht bei Patienten mit Nebennierenrindeninsuffizienz
  • Nicht zur Dauerinfusion geeignet
  • ÜberwachungMonitoring
    Kontinuierliche Überwachung physiologischer Parameter wie EKG, Blutdruck, SpO₂, Atemfrequenz, Kapnographie und Temperatur während Anästhesie oder Intensivtherapie, um kritische Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
    [Zum Glossareintrag]
    der Vitalfunktionen

LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
[Zum Glossareintrag]

  • Bei Raumtemperatur (15-25°C), vor Licht geschützt

Missbrauchspotential

  • Gering

Sonstiges

  • Keine analgetische Wirkung
  • Erhält den zerebralen Perfusionsdruck aufrecht
  • Kann Myoklonien auslösen

Auch interessant:

Schlagworte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert