2. Juli 2024

Desfluran

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DesfluranDesfluran
Desfluran ist ein inhalatives Anästhetikum, das vor allem durch seine extrem schnelle Anflutung und Eliminierung charakterisiert ist. Es wird vor allem in der Allgemeinanästhesie eingesetzt.
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ist ein inhalatives Anästhetikum, das vor allem durch seine extrem schnelle Anflutung und Eliminierung charakterisiert ist. Es wird vor allem in der AllgemeinanästhesieAllgemeinanästhesie
Die Allgemeinanästhesie ist ein reversibler Zustand, der durch Medikamente gezielt herbeigeführt wird. Sie umfasst Bewusstlosigkeit, Schmerzfreiheit (Analgesie), Amnesie und Reflexdämpfung. Das zentrale Nervensystem wird kontrolliert ausgeschaltet, um operative Eingriffe ohne Belastung für den Patienten zu ermöglichen. Die Beatmung erfolgt meist kontrolliert.
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eingesetzt.

Allgemeine Informationen

  • Wirkstoffname: Desfluran
  • Handelsnamen: Suprane®
  • Wirkstoffklasse: InhalationsanästhetikaInhalationsanästhetika
    Inhalationsanästhetika wirken auf verschiedene Zielstrukturen im Zentralnervensystem. Sie beeinflussen vermutlich GABA-, Glycin-, Glutamat- und NMDA-Rezeptoren im ZNS. Dies führt zu hypnotischen, analgetischen, muskelrelaxierenden und reflexdämpfenden Effekten.
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    (halogenierter Ether)
  • Molekularformel: C3H2F6O
  • Geruch: Scharf, reizend

Pharmakologie

  • PharmakokinetikPharmakokinetik
    Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
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    : Extrem schnelle Anflutung und Elimination über die LungeLunge
    Zentrales Organ für Gasaustausch, Sauerstoffaufnahme und CO₂-Abgabe. In der Anästhesie Fokus für Ventilation, Oxygenierung und postoperative Komplikationen.
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  • PharmakodynamikPharmakodynamik
    Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
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    : Bewirkt Hypnose und Muskelrelaxation
  • Wirkmechanismus: Beeinflussung von GABA-Rezeptoren
  • Wirkungseintritt: Sehr schnell
  • Wirksamkeitsdauer: Sehr kurz
  • Metabolismus: Minimal, ca. 0,02 % hepatisch
  • Ausscheidung: Über die Atemwege

Aussehen

Klare, farblose Flüssigkeit

Erhältliche Konzentrationen

Flüssigkeit zur Verdampfung, keine feste Konzentration in Gebinden

Anwendungsgebiete

  • Allgemeinanästhesie
  • Aufrechterhaltung der AnästhesieKreissystem
    Im Anästhesiekreissystem wird das Atemgas rückgeführt, gefiltert und mit frischem Gas ergänzt. Es ermöglicht effiziente Inhalationsanästhesie, CO₂-Elimination über den Kalkabsorber und Einstellung der Narkosegase.
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Dosierung

  • Erwachsene: 3,0-6,0 Vol.-%
  • Kinder: 5,0-8,0 Vol.-%

Nebenwirkungen

  • Häufig: Reizung der Atemwege, HypotonieHypotonie
    Hypotonie bezeichnet einen pathologisch niedrigen Blutdruck mit Risiko für unzureichende Organperfusion. Unter Anästhesie tritt sie häufig durch Vasodilatation, Blutverlust oder Medikamentenwirkung auf und wird mit Volumen, Vasopressoren oder Anpassung der Anästhesietiefe behandelt.
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  • Weniger häufig: Übelkeit, Erbrechen
  • Selten: Maligne HyperthermieMaligne Hyperthermie
    Seltene, erblich bedingte, lebensbedrohliche Reaktion auf volatile Anästhetika und Succinylcholin. Typisch sind rascher CO₂-Anstieg, Tachykardie, Rigor, Temperaturanstieg und Hyperkaliämie. Therapie: Trigger stoppen, Dantrolen, intensives Monitoring.
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Kontraindikationen

  • Absolut: Maligne Hyperthermie in der Anamnese
  • Relativ: Chronische Atemwegserkrankungen

Wechselwirkungen

  • Verstärkung von MuskelrelaxanzienMuskelrelaxanzien
    Gruppe von Medikamenten, die die neuromuskuläre Erregungsübertragung blockieren, um eine Erschlaffung der Skelettmuskulatur zu erzielen. Unterteilt in depolarisierende (z. B. Succinylcholin) und nicht-depolarisierende Substanzen (z. B. Rocuronium).
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Besondere Vorsichtsmaßnahmen

  • Nicht zur Einleitung der Anästhesie geeignet

LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
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  • Bei Raumtemperatur lagern

Missbrauchspotential

Keines bekannt

Sonstiges

  • Benötigt spezielle Verdampfer aufgrund des niedrigen Siedepunktes.
  • Desfluran wird aufgrund seiner Eigenschaft als nur schwer abbaubares Treibhausgas und seines schädlichen Einflusses auf das Klima kritisch betrachtet. Aus Umweltgründen wird es in einigen Kliniken nicht mehr eingesetzt.

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