Kategorie: Anästhesiologische Notfälle

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Übersicht anästhesiologischer Notfälle

Anästhesiologische Zwischen- und Notfälle treten selten auf – doch wenn sie entstehen, verlangen sie sofortiges, strukturiertes Handeln. Die Situationen reichen von kurzen, gut kontrollierbaren Zwischenfällen bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen, die höchste Aufmerksamkeit und Teamkoordination erfordern. Dieser Artikel bietet einen kompakten Überblick über die wichtigsten Themen und dient als zentraler Einstiegspunkt für ausführlichere Beiträge. Akute […]

Maligne Hyperthermie

Maligne Hyperthermie (MH)

Die maligne Hyperthermie (MH) ist eine pharmakogenetische Störung der Skelettmuskulatur, die durch bestimmte Trigger (z. B. volatile Inhalationsanästhetika oder Succinylcholin) ausgelöst wird. Sie führt zu einer massiven intrazellulären Kalziumfreisetzung und in der Folge zu unkontrollierbarer Muskelkontraktion und Hypermetabolismus. Somit stellt die MH eine seltene, aber äußerst gefährliche Notfallsituation dar, bei der rasches Erkennen und Handeln über Leben und Tod entscheiden kann.

Laryngospasmus

Notfall Laryngospasmus

Der Laryngospasmus ist ein plötzlicher, reflektorischer Verschluss der Stimmlippen, der eine vollständige oder partielle Obstruktion des Atemwegs verursacht. Er tritt vor allem während Ein- und Ausleitung der Narkose auf und zählt zu den häufigeren kritischen Zwischenfällen im perioperativen Setting – besonders bei Kindern. Obwohl er meist rasch beherrschbar ist, kann ein unbehandelter Laryngospasmus innerhalb kurzer Zeit zu schwerer Hypoxie, Bradykardie und im Extremfall zum Herz-Kreislaufstillstand führen. Ein strukturiertes Vorgehen und frühe Erkennung sind entscheidend.

Pneumonitis

Notfall Aspiration

Die Aspiration von Mageninhalt während einer Anästhesie gehört zu den gefürchtetsten Zwischenfällen im OP. Obwohl sie relativ selten vorkommt, kann sie schwerwiegende pulmonale Komplikationen wie chemische Pneumonitis, Infektion oder respiratorisches Versagen verursachen. Betroffen sind vor allem Patienten mit erhöhtem Risiko, aber auch bei scheinbar unproblematischen Fällen kann eine unvorhergesehene Aspiration auftreten. Eine frühzeitige Erkennung und ein strukturiertes Vorgehen sind entscheidend, um das Outcome zu verbessern.