Bupivacain

Bupivacain ist ein langwirksames LokalanästhetikumLokalanästhetikum
Medikament zur reversiblen Blockade von Natriumkanälen und damit der Nervenleitung. Vertreter: Lidocain, Bupivacain, Ropivacain. Einsatz in Infiltrations-, Leitungs- und Regionalanästhesie.
[Zum Glossareintrag] vom Amidtyp. Es wird häufig in der AnästhesiologieAnästhesiologie
Die Anästhesiologie ist ein eigenständiges medizinisches Fachgebiet, das Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie umfasst. Anästhesiologen sind für Narkosen, perioperative Versorgung, Behandlung kritisch kranker Patienten und interdisziplinäre Schmerztherapie verantwortlich.
[Zum Glossareintrag] und SchmerztherapieSchmerztherapie
Schmerztherapie umfasst alle Maßnahmen zur Linderung akuter und chronischer Schmerzen, z. B. systemische Analgetika, Regionalanästhesie, PCA und nicht-medikamentöse Verfahren. Im perioperativen Setting steht die multimodale Analgesie im Vordergrund.
[Zum Glossareintrag] eingesetzt. Bupivacain hat eine hohe Lipidlöslichkeit und ermöglicht eine effektive Schmerzblockade über längere Zeiträume.
Allgemeine Informationen
- Wirkstoffname: Bupivacain
- Handelsnamen: Marcaine, Bupivacaine
- Wirkstoffklasse: Lokalanästhetikum vom Amidtyp
- Molekularformel: C18H28N2O
Pharmakologie
- PharmakokinetikPharmakokinetik
Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
[Zum Glossareintrag]: Langsame Resorption aus dem Gewebe - PharmakodynamikPharmakodynamik
Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
[Zum Glossareintrag]: Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle - Wirkmechanismus: Hemmung der Erregungsleitung in Nervenfasern
- Wirkungseintritt: 15-30 Minuten
- Wirksamkeitsdauer: Bis zu 6 Stunden (je nach Applikationsart)
- Metabolismus: Hepatische Metabolisierung über CYP450-Enzyme
- Ausscheidung: Renal als Metaboliten
Aussehen
- Weißes bis gelbliches kristallines Pulver
Erhältliche Konzentrationen
- 0,25%, 0,5%, 0,75% Injektionslösung
Anwendungsgebiete
- EpiduralanästhesieEpiduralanästhesie
Die Epiduralanästhesie ist ein Regionalanästhesieverfahren mit Injektion von Lokalanästhetika in den Epiduralraum. Sie ermöglicht segmentale Analgesie und Katheternachdosierung.
[Zum Glossareintrag] - SpinalanästhesieIntrathekalblockade
Die Intrathekalblockade ist die Injektion eines Lokalanästhetikums in den Subarachnoidalraum mit direktem Kontakt zum Liquor. Sie führt zu einer schnellen und dichten Blockade sensibler und motorischer Nerven und entspricht der klassischen Spinalanästhesie mit begrenzter Wirkdauer.
[Zum Glossareintrag] - Schmerzkontrolle nach Operationen
Dosierung
- Erwachsene:
Epiduralanästhesie: bis zu 300 mg
Spinalanästhesie: bis zu 15 mg - Kinder:
Maximaldosis: 2 mg/kg Körpergewicht
Nebenwirkungen
- Häufig: Hypotension, Bradykardie
- Weniger häufig: Übelkeit, Erbrechen
- Selten: Kardiovaskuläre Komplikationen
Kontraindikationen
- Absolut: Überempfindlichkeit gegen Bupivacain oder andere Amidlokalanästhetika
- Relativ: Schwere HerzinsuffizienzHerzinsuffizienz
Herzinsuffizienz bezeichnet eine unzureichende Pumpleistung des Herzens mit Symptomen wie Dyspnoe, Leistungsabnahme und Ödemen. Perioperativ sind eine vorsichtige Volumensteuerung, angepasste Narkoseführung und engmaschiges hämodynamisches Monitoring notwendig, um Dekompensationen zu vermeiden.
[Zum Glossareintrag]
Wechselwirkungen
- Verstärkung der Wirkung durch andere Lokalanästhetika
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
- Vorsicht bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen
LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
[Zum Glossareintrag]
- Lichtgeschützt und bei Raumtemperatur lagern

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