28. November 2025

Bupivacain

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Bupivacain ist ein langwirksames LokalanästhetikumLokalanästhetikum
Medikament zur reversiblen Blockade von Natriumkanälen und damit der Nervenleitung. Vertreter: Lidocain, Bupivacain, Ropivacain. Einsatz in Infiltrations-, Leitungs- und Regionalanästhesie.
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vom Amidtyp. Es wird häufig in der AnästhesiologieAnästhesiologie
Die Anästhesiologie ist ein eigenständiges medizinisches Fachgebiet, das Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie umfasst. Anästhesiologen sind für Narkosen, perioperative Versorgung, Behandlung kritisch kranker Patienten und interdisziplinäre Schmerztherapie verantwortlich.
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und SchmerztherapieSchmerztherapie
Schmerztherapie umfasst alle Maßnahmen zur Linderung akuter und chronischer Schmerzen, z. B. systemische Analgetika, Regionalanästhesie, PCA und nicht-medikamentöse Verfahren. Im perioperativen Setting steht die multimodale Analgesie im Vordergrund.
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eingesetzt. Bupivacain hat eine hohe Lipidlöslichkeit und ermöglicht eine effektive Schmerzblockade über längere Zeiträume.

Allgemeine Informationen

  • Wirkstoffname: Bupivacain
  • Handelsnamen: Marcaine, Bupivacaine
  • Wirkstoffklasse: Lokalanästhetikum vom Amidtyp
  • Molekularformel: C18H28N2O

Pharmakologie

  • PharmakokinetikPharmakokinetik
    Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
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    :
     Langsame Resorption aus dem Gewebe
  • PharmakodynamikPharmakodynamik
    Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
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    :
     Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle
  • Wirkmechanismus: Hemmung der Erregungsleitung in Nervenfasern
  • Wirkungseintritt: 15-30 Minuten
  • Wirksamkeitsdauer: Bis zu 6 Stunden (je nach Applikationsart)
  • Metabolismus: Hepatische Metabolisierung über CYP450-Enzyme
  • Ausscheidung: Renal als Metaboliten

Aussehen

  • Weißes bis gelbliches kristallines Pulver

Erhältliche Konzentrationen

  • 0,25%, 0,5%, 0,75% Injektionslösung

Anwendungsgebiete

  • EpiduralanästhesieEpiduralanästhesie
    Die Epiduralanästhesie ist ein Regionalanästhesieverfahren mit Injektion von Lokalanästhetika in den Epiduralraum. Sie ermöglicht segmentale Analgesie und Katheternachdosierung.
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  • SpinalanästhesieIntrathekalblockade
    Die Intrathekalblockade ist die Injektion eines Lokalanästhetikums in den Subarachnoidalraum mit direktem Kontakt zum Liquor. Sie führt zu einer schnellen und dichten Blockade sensibler und motorischer Nerven und entspricht der klassischen Spinalanästhesie mit begrenzter Wirkdauer.
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  • Schmerzkontrolle nach Operationen

Dosierung

  • Erwachsene:
    Epiduralanästhesie: bis zu 300 mg
    Spinalanästhesie: bis zu 15 mg
  • Kinder:
    Maximaldosis: 2 mg/kg Körpergewicht

Nebenwirkungen

  • Häufig: Hypotension, Bradykardie
  • Weniger häufig: Übelkeit, Erbrechen
  • Selten: Kardiovaskuläre Komplikationen

Kontraindikationen

  • Absolut: Überempfindlichkeit gegen Bupivacain oder andere Amidlokalanästhetika
  • Relativ: Schwere HerzinsuffizienzHerzinsuffizienz
    Herzinsuffizienz bezeichnet eine unzureichende Pumpleistung des Herzens mit Symptomen wie Dyspnoe, Leistungsabnahme und Ödemen. Perioperativ sind eine vorsichtige Volumensteuerung, angepasste Narkoseführung und engmaschiges hämodynamisches Monitoring notwendig, um Dekompensationen zu vermeiden.
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Wechselwirkungen

  • Verstärkung der Wirkung durch andere Lokalanästhetika

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

  • Vorsicht bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen

LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
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  • Lichtgeschützt und bei Raumtemperatur lagern

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