Aspiration und Aspirations-Prophylaxe

Als AspirationAspiration
Aspiration bezeichnet das Einatmen von Fremdmaterial wie Mageninhalt, Blut oder Sekret in die Atemwege. Sie kann zu akuter Hypoxie, Bronchospasmus oder Aspirationspneumonie führen und stellt einen schwerwiegenden anästhesiologischen Zwischenfall dar, dem durch Nüchternheitsregeln, Atemwegssicherung und Lagerung vorgebeugt wird.
[Zum Glossareintrag] wird das Eindringen fester oder flüssiger Substanzen in die Atemwege bezeichnet, was zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann. Besonders gefährdet sind Patientengruppen mit eingeschränkten Schutzreflexen. Dazu zählen neben Patienten im OP auch ältere und bettlägerige Personen oder solche mit neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder Schlaganfall. Generell haben alle Patienten, bei denen die Indikation für eine RSIRapid Sequence Induction (RSI)
Die Rapid Sequence Induction (RSI) ist eine Narkoseeinleitung mit besonderem Aspirationsschutz. Sie umfasst vollständige Präoxygenierung, schnelle Gabe der Einleitungsmedikamente ohne Maskenbeatmung, sofortige Intubation und ggf. Krikoiddruck, um das Aspirationsrisiko bei nicht nüchternen Patienten zu reduzieren.
[Zum Glossareintrag] vorliegt, ein hohes AspirationsrisikoAspirationsrisiko
Das Aspirationsrisiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass Mageninhalt oder andere Flüssigkeiten in die Lunge gelangen. Es wird durch Faktoren wie nicht eingehaltene Nüchternheit, Reflux, Ileus oder Schwangerschaft erhöht und beeinflusst die Wahl des Narkoseverfahrens und der Atemwegssicherung (z. B. rapid sequence induction).
[Zum Glossareintrag]. Daher ist die Abfrage einer Refluxkrankheit (GERD) und Sodbrennen präoperativ obligatorisch.
Folgen der Aspiration
- Akute Atemwegsobstruktion: Verlegung durch Fremdkörper, begleitet von Husten, ZyanoseZyanose
Zyanose ist eine bläuliche Verfärbung von Haut und Schleimhäuten durch verminderten Sauerstoffgehalt des Blutes. Sie ist ein spätes Warnzeichen schwerer Hypoxie und erfordert sofortige Abklärung von Atemwegs- und Kreislaufproblemen.
[Zum Glossareintrag] oder Erstickungsgefahr. - Aspirationspneumonie: Bakterielle Lungenentzündung durch kontaminiertes Material319.
- Mendelson-Syndrom: Chemische Pneumonitis durch sauren Mageninhalt319.
- Langzeitfolgen: Lungenfibrose, rezidivierende Infektionen oder Lungenabszesse
Prophylaxe
- Rapid Sequence InductionRapid Sequence Induction (RSI)
Die Rapid Sequence Induction (RSI) ist eine Narkoseeinleitung mit besonderem Aspirationsschutz. Sie umfasst vollständige Präoxygenierung, schnelle Gabe der Einleitungsmedikamente ohne Maskenbeatmung, sofortige Intubation und ggf. Krikoiddruck, um das Aspirationsrisiko bei nicht nüchternen Patienten zu reduzieren.
[Zum Glossareintrag] - Präoperative Nahrungskarenz
- AntazidaAntazida
Antazida sind Medikamente, die Magensäure chemisch neutralisieren und zur Reduktion des Säuregehalts im Magen eingesetzt werden. Präoperativ können sie bei erhöhtem Aspirationsrisiko angewendet werden, spielen aber heute eine geringere Rolle gegenüber Protonenpumpenhemmern.
[Zum Glossareintrag] - H2-Blocker
- Protonenpumpenhemmer
- LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
[Zum Glossareintrag] mit erhöhtem Oberkörper

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