Articain

Bild: ATA-Forum.de
Articain ist ein modernes LokalanästhetikumLokalanästhetikum
Medikament zur reversiblen Blockade von Natriumkanälen und damit der Nervenleitung. Vertreter: Lidocain, Bupivacain, Ropivacain. Einsatz in Infiltrations-, Leitungs- und Regionalanästhesie.
[Zum Glossareintrag] vom Amidtyp mit schneller Wirkung und mittlerer Wirkdauer. Es wird häufig in zahnärztlichen Anwendungen eingesetzt und hat den Vorteil einer hohen Gewebedurchdringung sowie einer schnellen Metabolisierung.
Allgemeine Informationen
- Wirkstoffname: Articain
- Handelsnamen: Septanest, Ultracain
- Wirkstoffklasse: Lokalanästhetikum vom Amidtyp
- Molekularformel: C13H16N2O3S
Pharmakologie
- PharmakokinetikPharmakokinetik
Pharmakokinetik beschreibt den Weg eines Medikaments durch den Körper: Aufnahme (Absorption), Verteilung, Metabolisierung und Ausscheidung. Diese Prozesse bestimmen Wirkbeginn, Wirkstärke und Wirkdauer.
[Zum Glossareintrag]: Schnelle Resorption und Metabolisierung - PharmakodynamikPharmakodynamik
Pharmakodynamik beschreibt, wie ein Medikament im Körper wirkt – also die Beziehung zwischen Wirkstoffkonzentration und pharmakologischer Wirkung. Dazu gehören u. a. Wirksamkeit, Potenz und Nebenwirkungen.
[Zum Glossareintrag]: Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle - Wirkmechanismus: Hemmung der Erregungsleitung in Nervenfasern
- Wirkungseintritt: 1-2 Minuten
- Wirksamkeitsdauer: 1-2 Stunden
- Metabolismus: Schnelle hydrolytische Spaltung durch Plasmaesterasen
- Ausscheidung: Renal als Metaboliten
Aussehen
- Weißes bis gelbliches kristallines Pulver
Erhältliche Konzentrationen
- 4% Injektionslösung
Anwendungsgebiete
- InfiltrationsanästhesieInfiltrationsanästhesie
Die Infiltrationsanästhesie ist ein lokalanästhetisches Verfahren, bei dem Lokalanästhetikum schichtweise in das Gewebe rund um das Operationsgebiet injiziert wird. Dadurch werden freie Nervenendigungen blockiert; das Verfahren ist technisch einfach und wird bei kleineren chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriffen häufig eingesetzt.
[Zum Glossareintrag] - LeitungsanästhesieLeitungsanästhesie
Gezielte Blockade eines peripheren Nervs oder Nervenplexus durch Injektion eines Lokalanästhetikums. Ermöglicht analgesie oder Anästhesie eines definierten Areals; wichtig bei extremitätennahen OPs.
[Zum Glossareintrag] - Zahnmedizin
Dosierung
- Erwachsene:
Infiltrationsanästhesie: bis zu 500 mg - Kinder:
Maximaldosis: 7 mg/kg Körpergewicht
Nebenwirkungen
- Häufig: Schmerzen an der Injektionsstelle
- Weniger häufig: Allergische Reaktionen
- Selten: Nervenschäden
Kontraindikationen
- Absolut: Überempfindlichkeit gegen Articain oder andere Amidlokalanästhetika
- Relativ: Schwere Leberinsuffizienz
Wechselwirkungen
- Verstärkung der Wirkung durch andere Lokalanästhetika
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
- Vorsicht bei Patienten mit Herz-KreislaufKreislauf
Der Kreislauf umfasst Herz und Blutgefäße und dient dem Transport von Sauerstoff, Nährstoffen, CO₂ und Medikamenten. In der Anästhesie stehen hämodynamische Stabilität und Organperfusion im Mittelpunkt.
[Zum Glossareintrag]-Erkrankungen
LagerungLagerung
Gezielte Positionierung des Patienten zur Optimierung des OP-Zugangs und zur Vermeidung von Nervenschäden, Druckstellen, Atem- oder Kreislaufproblemen. Polsterung, Neutralstellung und Hautschutz sind essenziell.
[Zum Glossareintrag]
- Lichtgeschützt und bei Raumtemperatur lagern
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